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3.2. Vorstellung der Beispielunternehmen im Rahmen der Analyse

3.2.1. P+S Werften

Die P+S Werften bestehen aus der Peene-Werft mit Standort Wolgast und der Volkswerft Stralsund, die vom 31.05.10 rückwirkend zum 01.11.09 auf die PeeneWerft verschmolzen wurde.[1]

Die Entwicklung beider Werften ist ähnlich. So wurden beide aufgrund des SMADBefehls Nr. 103 im Jahre 1948 gegründet.[2] Während die Volkswerft zu DDR-Zeiten v.a. mit dem Bau von Fischereibooten beschäftigt war,[3] fertigte die Peene-Werft bereits damals Militärboote,[4] was sie auch heute noch sehr attraktiv macht.[5]

Mit der Wende kam die Umwandlung der Werften von VEB in GmbH und beide Unternehmen waren zunächst im Besitz der Treuhandanstalt.[2]

Bereits 1992 wurde die Peene-Werft durch die Hegemann-Gruppe übernommen und konnte ab da stets gefüllte Auftragsbücher aufzeigen.[7] Mit der Einweihung der neuen Kompaktwerft 1995 und der Einweihung des Marinecenters 1998 festigte die Peene-Werft ihren Stand als Partner im Marineschiffbau.[8]

Die Privatisierung der Volkswerft Stralsund erfolgte 1993, als 49 % durch den Bremer Vulkan, 30 % durch die Hegemann-Gruppe, 11 % durch die Hansestadt Stralsund und 10 % durch die Firma Lürssen übernommen wurden.[3] Der Konkurs des Bremer Vulkan 1996 machte eine neue Verteilung der Anteile notwendig, sodass die BvS (ehemals Treuhandanstalt) ab dann 51 %, das Land MecklenburgVorpommern 38 % und die Hansestadt Stralsund 11 % hielten. 2007 wurde die Werft dann schließlich ebenfalls durch die Hegemann-Gruppe übernommen, die damit in den Bereich großer Containerschiffe einsteigen wollte.[7]

Als in Folge der Wirtschaftskrise und der stärker werdenden Konkurrenz aus Asien bei der Hegemann-Gruppe und somit auch bei der Peene-Werft und der Volkswerft die Aufträge zurück gingen, wurden die beiden Werften aus der HegemannGruppe ausgegliedert und nach der Bereitstellung einer Staatsbürgschaft verschmolz die Volkswerft auf die Peene-Werft und beide firmierten als P+S Werften.[11] Im Zuge dessen wurde auch die Fertigung auf die Produktion von Spezialschiffen neu ausgerichtet.[12]

Probleme erwuchsen für die Werften v.a. aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten. Zwar konnten Aufträge nachgewiesen werden, die Mittelbeschaffung bei Banken gestaltete sich jedoch aufgrund der Krise so schwierig, dass die Werften 2012 wieder in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. [13]

Nachdem bekannt geworden war, dass die von Bund und Land zugesagten finanziellen Mittel zur weiteren Arbeit nicht ausreichen würden, eine weitere Aufstockung dieses Betrages durch die EU untersagt worden war und zudem die für Scandlines im Bau befindlichen Fähren zu schwer geworden waren, meldeten die P+S Werften am 29. August 2012 Insolvenz an.[7] Aktuell besteht ein Angebot zur Übernahme für die Peene-Werft in Wolgast durch die Lürssen-Werft, dem am 17.12.12 durch den Gläubigerausschuss zugestimmt wurde.[15] Die Volkswerft hat indes die Fertigstellung der im September 2012 gecancelten RoRo-Fähren wieder aufgenommen.[16]

  • [1] Vgl. P+S Werften, JA 2009
  • [2] Vgl. Bentin, Volkswerft, 2010, sowie Glatzel, o.J.
  • [3] Vgl. Bentin, Volkswerft, 2010
  • [4] Vgl. Glatzel, o.J.
  • [5] Vgl. dpa, 2012
  • [6] Vgl. Bentin, Volkswerft, 2010, sowie Glatzel, o.J.
  • [7] Vgl. dpa/dapd/Murphy, 2012
  • [8] Vgl. Glatzel, o.J., sowie P+S Werften, Marinecenter, 2012
  • [9] Vgl. Bentin, Volkswerft, 2010
  • [10] Vgl. dpa/dapd/Murphy, 2012
  • [11] Vgl. Murphy, 2011, sowie dpa/dapd/Murphy, 2012
  • [12] Vgl. Murphy, 2011
  • [13] Vgl. Murphy, 2011 sowie dpa/dapd/Murphy, 2012
  • [14] Vgl. dpa/dapd/Murphy, 2012
  • [15] Vgl. dpa, 2012 sowie: Reuters, 2012
  • [16] Vgl. World Maritime News, 2013
 
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