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1.2. Gang der Untersuchung

Diese Masterarbeit ist thematisch in vier große Bestandteile untergliedert. Der erste Teil befasst sich mit den Zwecken der deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegung. Dabei wird aufgezeigt, welche Zwecke existieren und in welcher Beziehung diese zueinander stehen. Für die Informationsfunktion wird ferner diskutiert, welche Adressaten denkbar sind. Anhand der identifizierten Informationsbedürfnisse der Adressaten wird im Anschluss aufgezeigt, welche durch einen handelsrechtlichen Abschluss informiert werden können. Nur deren Informationsbedürfnisse werden bei der Beurteilung der Zweckadäquatheit der handelsrechtlichen Vorschriften zur Umsatzrealisation berücksichtigt. Daneben wird die Funktion der Ausschüttungsbemessung thematisiert.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Grundlagen zur Umsatzrealisation. Dafür werden die tragenden Prinzipien aufgezeigt. Bei diesen Prinzipien handelt es sich um Kapitalerhaltungsgrundsätze, sodass damit die Ausschüttungsbemessungsfunktion konkretisiert wird. Ferner wird innerhalb des Realisationsprinzips aufgezeigt, welche allgemeinen Ansatzkriterien für die Umsatzrealisation erfüllt sein müssen sowie welcher der zahlreichen denkbaren Realisationszeitpunkte die Rechnungslegungszwecke adäquat erfüllt.

Innerhalb des dritten Teils werden ausgewählte Geschäftstypen bezüglich ihrer Umsatzrealisation dem Grunde nach betrachtet. Die folgende – nicht abschließende – Übersicht enthält eine Vielzahl von Geschäftstypen, für die die Umsatzrealisation im Einzelnen einer besonderen Prüfung bedarf.

Denkbare Geschäftstypen

Veräußerungsver-

• trag

Betätigungsvertrag

Gebrauchsüberlas-

• sungsvertrag

Strukturierte Ge-

• schäfte

Tausch-, Kauf-, Schenkungsver-

trag

Kommissionsge-

schäft

unter Eigentums-

vorbehalt

Rückgabe- und

Rücktrittsrechte

Versendungskauf-

vertrag

Dienstvertrag

Werkvertrag

Werklieferungs-

vertrag

Mäklervertrag

Reisevertrag

Geschäftsbesor-

gungsvertrag

Langfristige Auf-

tragsfertigung

Mietvertrag

Leihvertrag

Lizenzvertrag

Pachtvertrag

Darlehensvertrag

bill and hold sales

Layaway sales

Channel stuffing

Round-trip deals

Cross collaterali-

zation

Sale-and-lease-

back

Mehrkomponen-

tengeschäfte

Tabelle 1 Denkbare Geschäftstypen

Aufgrund der hohen Anzahl von denkbaren Vertragstypen wird innerhalb dieser Arbeit nur auf ausgewählte eingegangen, die aus Sicht der Zwecke der Rechnungslegung von besonderem Interesse sind. Für eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Umsatzrealisation dem Grunde nach wird mit den allgemeinen Typen – Veräußerungs-, Betätigungs- und Gebrauchsüberlassungsverträge – begonnen. Innerhalb der einzelnen Untergliederungen wird wiederum eine sachgerechte Auswahl vorgenommen. Darauf aufbauend werden im Anschluss zwei Spezialfälle betrachtet, bei denen einerseits ein hohes praktisches Interesse besteht21 und andererseits dargelegt werden wird, dass die handelsrechtlichen Vorschriften nicht gleichermaßen die Rechnungslegungszwecke erfüllen. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass innerhalb dieser Arbeit die folgenden Geschäftstypen thematisiert werden:

Vertragsarten

Thematisierte Ausprägungen

Veräußerungsvertrag

Kaufvertrag Versendungskaufvertrag

Betätigungsvertrag

Dienstvertrag Werkvertrag Werklieferungsvertrag

Gebrauchsüberlassungsvertrag

Mietvertrag

Spezialfall

Mehrkomponentengeschäft

Langfristige Auftragsfertigung

Tabelle 2 Thematisierte Geschäftstypen

Dabei werden die zivilrechtlichen Besonderheiten des BGB in Abhängigkeit des Vertragstyps dargelegt, da deren Charakteristika einerseits die handelsrechtliche Umsatzrealisation beeinflussen und andererseits die Grundlagen für die Mehrkomponentengeschäfte und die langfristige Auftragsfertigung bilden. Für diese zwei Spezialfälle werden verschiedene Konzeptionen und Lösungsvorschläge aus Sicht der Rechnungslegungszwecke diskutiert und beurteilt.

Teil vier thematisiert die handelsrechtliche Umsatzrealisation der Höhe nach. Hierbei werden ausschließlich die Ermittlungsvorschriften für die allgemeinen Geschäftstypen sowie derjenigen Konzeptionen und Lösungsvorschläge aufgezeigt, die innerhalb der Auseinandersetzung mit der Umsatzrealisation dem Grunde nach als zweckadäquat eingeschätzt worden sind. Zur Veranschaulichung werden bei den Mehrkomponentengeschäften und den langfristigen Auftragsfertigungen Beispiele aufgezeigt.

 
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