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4.2.2.1. Gruppenbeitragsmodell

Das Gruppenbeitragsmodell folgt den Modellen der Uinder Finnland und Schweden. Es wird auch als ''group contribution" bezeichnet. Dieses Modell basiert auf der Abschaffung des GAV. An die Stelle des GAV soll wie in Frankreich eine Mindestbe teiligungsquote von 95% treten, um eine Gruppe fonnieren zu kOnnen. Zusiitzlich hierzu wird ein Gruppenantrag ben5tigt, der aber nur Wirlwngen hinsichtlich der Zinsschranke und gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen bzw. Kiirzimgen hat.

Ausschlaggebend bei diesem Modell ist, dass es sich nicht von der Voraussetzung des wirklichen Transfers wirtschaftlicher Leistungsfabigkeit abwendet. Das k.ommt daher, weil die Basis der steuerlichen Ergebnisvcrrechnung innerhalb der Gruppe die tatsach lichen Gruppenbeitriige bilden. Aus diesem Grund wird das Modell auch als modifi ziertes Einzelvcranlagungssystem bezeichnet. Trotz.elem ist es eine Verbesserung zur bisherigen Organschaft, da keine Eink.ommenszurechnung mehr durchgefiihrt wird sowie ebenfalls der GAV weggefallen ist.

4.2.2.2. IFSt-Modell

Das sogenannte IFSt-Modell ist ein Vorschlag des Jnstituts fiir Finanzen und Steuern (kurz: IFSt). Auch bier ist die Basis die Abschaffung des GAV. Im Gegensatz zum Gruppenbeitragsmodell wird bier jedoch die Sichtweise der wirtschaftlichen Einheit zentralisiert. Aus diesem Grund wird bier auch eine Mindestbeteiligungsquote von 75% vorgegeben. Jedoch wird an der steuerlichen Ergebniszurechnung zwn Grup pentriiger festgehalten.

Des Weiteren sieht das Modell die Einfiihn.mg eines dreigliedrigen Kontensystems vor. Die angesprochenen Konten sind hierbei das Gruppengesellschafts-, Gruppentrii ger- und Altriicklagenk.onto. Ziel dieses Kontensystems ist es, dass Verm0gensteile, die aus Gewinnausschiittungen von der Gruppengesellschaft an den Gruppentrager resultieren, nicht besteuert werden. Dies ist aber nur der Fall unter der MaBgabe, dass diese Vermogensteile bereits bei der Einkommenszurechmmg des Gruppentriigers be riicksichtigt wurden.

4.2.2.3. Einkommensmrecbnungsmodell

Das Eink.ommenszurechnungsmodell stimmt in einigen Punkten mit dem wrangegan gen IFSt-Modell iiberein. Unterschiede zwischen den beiden Modellen existieren be ziiglich der Naclrn:rsteuerung zugerechneter Verluste fiir den Fall, dass sie tatsiichlich nicht getragen wurden. Diese ist in diesem Modell mliissig. Ein weiterer Punkt ist, dass bei dem Einkommenszurechmmgsmodell ein zweigliedriges Kontensystem be steht. In diesem Rahmen gibt es keine Gruppengesellschafts- und Gruppentriigerkon ten, sondem ein Gruppemnitgliedskonto, welches neben dem Altriicldagenkonto exis tiert. Zusitzlich werden in diesem Modell die endgiiltigen Verluste ausliindischer Tochtergesellschaften bei der K.Orperschaftsteuer beriicksichtigt. Die Gewerbesteuer ist jedoch wn dieser Regelung ausgenommen. Ein weiterer Unterschied, der letzte, besteht darin, dass die Vorgruppemerluste iss der Gruppenmitglieder eingefroren wer den.1s6 Entscheidend im Zusammenhang der Modellbetrachtung ist das Ergebnis zu das die Arbeitsgruppe gelangt und dies fii.llt iiberraschend negativ fiir die Gruppenbesteue rungsmodelle aus. Das Fazit sieht so aus, dass empfohlen wird die bisherige Organ schaft in Deutschland beizubehalten. Einzig eine eventuelle Modifikation der Organ schaft wird eingeriumt. Warwn aber kommt die Arbeitsgruppe zu diesem Ergebnis? Dies ist einfach erk.liirt: die i.mtersuchten Modelle Tragen dem Ziel der Wahn.mg der Aufkommensneutralitiit nicht geniigend Recbnung. Dies war jedoch eines dcr formu lierten Ziele im K.oalitionswrtrag. Da dieser Puokt nicht in vollem MaBe beriicksich tigt wird, muss bei der Einfiihrung eines der Modelle mit erheblichen Steuerminde rungseinnahmen gerechnet werden. Diese variieren sogar noch einmal von Modell zu Modell. Das IFSt-Modell zeigt hierbei die hOchsten Steuerminderungseinnahmen. Die Arbeitsgruppe riiumt aber ebenfalls ein, dass wenn von der Aufkommensneutralitit abgesehen wird, eines der Modelle eingefiilnt werden sollte.

 
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