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Vorstellungen sind situationsspezifisch und kontextuell geprägt

Vorstellungen können als situationsspezifisch und kontextuell geprägt charakterisiert werden, da sie sich zum einen auf konkrete Situationen beziehen und zum anderen innerhalb eines sozialen Rahmens dem Einfluss von Kultur, sozialen Faktoren und institutionellen Rahmenbedingungen unterliegen. Dies wird auch für die Vorstellungen von Lehrpersonen u. a. von Heilman (2001, S. 723) [1] betont: „The nature of the influence of beliefs, however, depends very much on the classroom, institutional, or cultural context under discussion as well as the nature and strength of the beliefs of the individual teacher.

Als Einflussfaktoren auf Lehrervorstellungen gelten demnach sowohl die physische Infrastruktur (Klassenraum, Schule), die soziale Umgebung (Lerngruppe, Schulgemeinschaft, Kollegium) als auch bildungspolitische Rahmenbedingungen (Schulfach, Lehrerausbildung, Curriculum). Diese Kontextfaktoren und Einflüsse werden individuell rezipiert und verarbeitet und nehmen dann auch in unterschiedlicher Weise Einfluss auf die Vorstellungen von Lehrpersonen (vgl. ebd., S. 725). Insbesondere, weil diese kontextuellen Faktoren im Fall von Lehrervorstellungen zu einem hohen Maße als fachspezifisch anzusehen sind, spielt das jeweilige Schulfach eine besondere Rolle für die Vorstellungen von Lehrerinnen und Lehrern (vgl. Stodolsky/Grossman 1995). Aus fachdidaktischer Perspektive sind Rahmenbedingungen wie das Schulfach, die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit oder Aspekte der Lehrerbildung von besonderem Interesse, weil in diesen Kontextfaktoren eine Ursache dafür gesehen wird, warum Vorstellungen nicht in Handlungen umgesetzt werden (vgl. Mansour 2009, S. 32). Gleichzeitig stellen die Rahmenbedingungen konkrete Ansatzpunkte für Veränderungen dar, damit Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht nach ihren Vorstellungen handeln können.

In Anlehnung an Fives und Buehl (2012) ist festzuhalten, dass Vorstellungen in ihrem Spezifikationslevel variieren. Neben kontextspezifischen Vorstellungen existieren auch Vorstellungen, die einen fundamentalen Charakter aufweisen und per se als situationsunabhängig bzw. kontextübergreifend beschrieben werden. Dennoch aktivieren spezifische Situationen auch bestimmte beliefs (ebd., S. 476). Kontext und Vorstellungen sind demnach in einem interdependenten Verhältnis zu sehen.

  • [1] Vgl. hierzu auch Fang 1996; Chin/Barber 2010, S. 401f.; Mansour 2009, S. 32
 
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