< Zurück   INHALT   Weiter >

6.7.1.2. Verdeckte Einlage

Die verdeckte Einlage ist gem. R 40 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 KStR wie folgt definiert:

,,Eine verdeckte Einlage liegt wr, wenn ein Gesellschafter oder eine ihm nahe stehen de Person der K.Orperschaft au8erhalb der gesellschaftsrechtlichen Einlagen einen ein lagefiihigen Vermogensvorteil zuwendet und diese Zuwendung durch das Gesell schaftsverhfiltnis veranlasst ist. Verdeck.te Einlagen diirfen sich nicht auf die Hohe des Eink.ommens der Empflingcrlriirperschaft auswirken."°"

Im Wesentlichen sind die Tatbcstiinde der Verdeckten Einlage mit denen der VGA wrgleichbar. Zwnindest die Tatbestiinde zwei und drei sind gleich geblieben. Einzig der vierte Tatbestand der VGA Iallt weg sowie der erste Tatbestand veriindert sich ein wenig. Hierbei wird die Verm0gensminderung oder wrhinderte Vennogensmehnmg dw-ch den Tatbestand des einlageflihigen Verm0gemorteils ersetzt.

Die Gesetz.eswrschrift § 4 Abs. 1 Satz 8 EStG cbarakterisiert Einlagen als Wirt schaftsgiiter wie zum Beispiel Bareinzahlungen oder sonstige Wirtschaftsgiiter, die der Steuerpflichtige dem Betrieb imlaufenden Wirtschaftsjahr zufiihrt. Inder Regel gibt es drei Anliisse, um Einlagen dem Unternehmen zuzufiihren. Zurn einen im Zusam menhang mit der Untemehmensgriindung und zum anderen zu:r KapitalerhOhung bzw. Riicklagenzu:fiihrung. Das bedeutet, dass Dill' bilanzi.erungsflihige Venn.Ogensgegen stiinde einlageflihig sind. Diese Eigenschaft zieht nach sich, dass einlagefiihige Vermogensgegenstiinde entweder die Aktiva des Untemehmens erhOhen bzw. die Passiva wrmindern. 306

Beziiglich der Rechtsfolge wn verdeckten Einlagen sind § 4 Abs. 1 Satz 1 sowie § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG gem. § 8 Abs. 1 KStG maBgebend. Ans dem § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG geht hem:ir, dass die verdeckte Einlage gleich der VGA den Jahresiiberschuss des Untemehmens nicht beeinflussen darf. Ans diesem Grund werden die aufgedeck ten wrdeckten Einlagen gem. § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG als nachtriigliche Anschaffungs kosten angesetzt.

Beispiel:

Dreben wir den ersten Beispielfall der VGA um. Das finnische Tochteruntemehmen zahlt dem deutschen Muttenmtemehmen mm nicht mehr zu niedrige Zinsen, sondem zu hohe Zinscn. Anstatt ein iiblichcr Zinssatz von 10% vercinbart wird, liegt dem Dar lehen ein Zinssatz von 15%zugrunde.

Die Tatbestande zwei und drei sind nach wie vor erfiillt, da sich hier nichts ge!indert hat. Nl.Ul gilt es Tatbestand eins zu priifen. Dem Mutterl.Ulternehmen kommt ein Ver mogensvorteil zu. Dieser ist auch gem. § 4 Abs. 1 Satz 8 EStG einlagefiihig. Somit ist auch dieser Tatbestand erfiillt und clas Ergebnis lautet, class es sich um eine verdec.kte Einlage handelt.

Im Rahmen der Einkiinftc Berichtigung nach der verdeckten Einlage sowic VGA ist cbenfalls der Vorteilsausgleich zu beachten. Im Allgemeincn kOnncn die Vorteile und Nachteile von einhcitlichen Rechtsgeschiiften miteinander ausgeglichcn werden. Der

Vorteilsausgleich erweitert diesen Ausgleich im Zusamm.enhang mit der wrdec.kten Einlage und VGA Das hciBt, class die Unternehmen in Bezug auf Geschiifte mit kon

:rernzugehOrigen Unternebmen ihre nachteiligen Geschiifte mit den vorteiligen ausglei chcn diirfen. Hierfilr miissen aber folgendc Bedingungen erfiillt sein:

• Die vollzogencn Geschli.fte miissen in einem inneren Zusammenhang stehcn. Diese Voraussetzung soll gewiihrleisten, class die Geschli.fte auch abgeschlossen werden wilrden, wenn sie keine wrbundencn Unternebmen wiiren.

• Die entstandenen Vor- und Nachteile dcr Geschiifte miissen mit dcr geforderten Sorgfalt des ordentlichcn Geschli.ftsleiters quantifizi.ert worden sein.

• Zuletzt muss dieser Vorteilsausgleich vereinbart worden sein bzw. die Basis des nacbteiligen Geschiiftes bilden.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >