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Vorstellungen sind innerhalb eines belief systems von unterschiedlicher Relevanz

In der Literatur wird zwischen grundsätzlichen Vorstellungen („fundamental beliefs“) und solchen, die diesen Vorstellungen zugeordnet bzw. von ihnen abhängig seien, unterschieden (vgl. Aguirre/Speer 2000, S. 332). Auch Werbinska (2014, S. 35) differenziert zwischen „central“ und „peripheralbeliefs. Sie definiert „zentrale“ Vorstellungen als charakteristische Merkmale einer Person, die ihr Denken auf eine bestimmte Weise in der Form einer Einstellung beeinflussen. Periphere Vorstellungen hingegen werden als quantitativ und qualitativ weniger bedeutungsvoll beschrieben (vgl. ebd.). Philipp (2007, S. 259) hebt hervor, dass Vorstellungen einen unterschiedlichen Grad an Überzeugung aufweisen können. Vielfach wird auch darauf hingewiesen, dass Vorstellungen sich in der Form von belief systems ordnen lassen, die wiederum aus zentralen und weniger zentralen Vorstellungen bestehen. Der Begriff des Systems ist hierbei in seinem ursprünglichen Sinne (altgriechisch sýstēma: das Gebilde) zu verstehen und nicht im Sinne einer klar strukturierten festen Ordnung. Bryan (2003, S. 840ff.) verwendet die Metapher des Nests, um zu verdeutlichen, dass Vorstellungen sogenannte Bündel bilden, in denen einzelne Vorstellungen zu einem, von anderen Vorstellungen unabhängigen, Nest zusammengeflochten sind, in dem sich die einzelnen Vorstellungen wie Zweige zusammenfügen und gegenseitig stützen. Ähnliche Bilder sind die der Gruppierung von Vorstellungen in Clustern (vgl. Richardson 2003, S. 3; Wischmeier 2012, S. 171) oder Netzen (vgl. Raths/McAninch 2003).

Vorstellungen haben eine Strukturierungsund Ordnungsfunktion

Vorstellungen haben für Individuen eine strukturierende und ordnende Funktion, wie u. a. Müller (2009, S. 4) beschreibt: „Sie [die Vorstellungen, Anm. d. V.] dienen der Realitätsbeschreibung und geben dem Individuum die Möglichkeit, seine Lebenswelt zu ordnen und zu gliedern.“ Darüber hinaus haben Vorstellungen eine adaptive Funktion und unterstützen Menschen darin, die Welt und sich selbst zu verstehen (vgl. Shinde/Karekatti 2012, S.73). Vorstellungen können sowohl eine gegenwärtige, eine rückblickende als auch eine auf die Zukunft gerichtete strukturierende Ordnungsfunktion für mentale Prozesse und Handlungen haben, indem sie Individuen Anhaltspunkte und Prämissen für Entscheidungen geben (vgl. Müller 2009, S. 4). Sie können dabei u. a. als „Filter“ fungieren und unterstützen in dieser Funktion beispielsweise die Entscheidungsfindung (Philipp 2007, S. 277). Anhand der Strukturierungsund Ordnungsfunktion von Vorstellungen wird ihre Bedeutung für die Reflexion, beispielsweise im Rahmen von Lehr-LernProzessen, deutlich.

 
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