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6.8.2. Wiederverkaufsmethode

Die Wiederverkaufspreismethode ist auch als 'Resale price method" bekannt. Wie bereits aus der Abbildung 4 ersichtlich ist, wird hierbei zur Berecbnung der Verrech nungspreise der Marktpreis herangezogen, zu dem ein verbundenes Unternehmen die gekauftc Ware an cin frcmdes Untcrnchmen weitcr verkauft. Ahziiglich ciner marktiiblichen Handelsspanne ergibt sich hierbei der entsprechendc Verrechmmgs preis. Die Bestimmung der marktiiblichen Handelsspanne stellt gleiclw:itig die Herausforderung der Wiederwrkaufsmethode dar.

Wonach bestimmt sich aber diese marktiibliche Handelsspanne? Diese Handelsspanne ergibt sich swnmiert aus den entstandenen Kosten sowie der Funktion unddes Risikos des Wiederverkiiufers und nicht zu vergessen eincm angem.essenem Gewinnauf schlag. Hierbei ist zu beachtcn, desto mebr Funktionen und Risiko iibernommen werden, umso hOher flillt hierbei auch der Preis aus, der dafiir chlagt werden kann. Das Problem der Wiederverkaufsmethode stellt diese Ermittlung der marktiib lichen Handclsspanne dar. Hier existieren ebenfalls ein interner und externer Ver gleichswert, wie schon bei der Preisvergleichsmethode. Nach § 4 Nr. 3 Gewinnab grenzungsaufzeichnungsverordmmg373 (GAufzV) wird im Rahmen der Ermittlung der Handclsspanne einc Funktions- und Risikoanalyse zu Grunde gelegt.

Der Verrechnungspreis nach der Wiederverkaufsmethode errcchnet sich wie folgt: Marktpreis bei Wiederverkauf an ein fremdes Unternehmen marktiibliche Handelsspanne des Wiederverkiiufers Verrechnungspreis

Eine Quantifi.zierung des Vergleichsunternehmens ist bei dieser Methode noch schwie riger als bei der Preis.ergleichsmethode. Um eine ungeflihre Vergleicbbarkeit zu er reichen. muss eine lihnliche Marldstellung und Kostenstruktur gegeben sein sowie aber auch .ergleichbare Kundenbeziebungen, ein vergleichbares Unternehm.ensrisiko und nicht zu vergessen, die lihnlichen Konditionen. Noch komplexer wird es, sobald das WeiterveriuBerungsprodukt vcriindert wird oder ein weiteres Produkt hinzukommt. K.Onnen trotz aller Komplexitit die angesprochenen Probleme eliminiert werden, eig net sich die Wiedervcrkaufsmethode insbesondere fiir Vertriebskonzernunternehmen. In diesem Fall findet zwischen Konzernunternehmen A und B eine konzerninterne Liefenmg oder Leistung statt und Kom.ernunternehmen B .erkauft diese an ein unabhingiges Drittes Unternehmen weiter.

Sollten die Berichtigungen, die wrgenommen werden miissen auch hier zu umfang reich sein, so empfiehlt es sich zur Absichenmg des Ergebnisses eine weitere Methode zusiitzlich heranzuziehen.

Beispiel:

Zv;ei Vertriebsunternehm.en verkaufen dasselbe Produkt: ein Turbodreirad fiir Klein kinder. Dieses wird auf demselben Markt sowie unter demselben Markennamen ver trieben. Das Unternehmen B, die Kinderlachen GmbH, bietet jedoch im Gegensatz zu elem Unternehmen A, die Alles-fiir-groB-und-klein GmbH, keine Garantieleistung fiir Ihre Kundcn mit an. Wic wirkt sich das auf die jeweiligc Handclsspannc und den Vcr rechnungspreise der Unternehmen aus?

Unternehmen A Alles-fiir-groB-und-klein

GmbH

Unternehmen B Kinderlacben GmbH

Marktpreis

150,00 €

150,00 €

Handelssoanne

75.00€

60,00 €

Verrechnungspreis

75,00 €

90,00 €

Tabellc 4: Wiedervedasufspreismcthode

Aus Tubelle 4 ist ersichtlich, dass beide Unternehmen zum gleichen Marktpreis wei ten:rkaufen. Die Handelssparme der Alles-filr-groB-und-ldein GmbH liegt bei 50% wm Marktpreis. Es win! unterstellt, dass die entstandenen Kosten, Funktion, Risiko und Gewinnaufschlag angemessen enthalten sind. Im Gegensatz dazu, muss die Han delsspannc der Kinderlachen GmbH ldeiner sein (bier um 10%), da sie keine Garantie leistung anbieten. Um zum gleichen Marktpreis wie die Alles-filr-groB-und-ldein GmbH weitenerkaufen zu konncn, muss demcntsprechend der Verrechnungspreis pro Stiick groBer sein. In unscrem Beispiel ist das cin erhOhter Stiickvcrrcchnungspreis um 15 €.

 
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