< Zurück   INHALT   Weiter >

6.8.4. Gescbiifhvorfallbezogeoe Metbodeo

Geschiiftsvorfallbe.wgenen Methodcn splitten sich auf in:

• die geschiiftsvorfallbe.wgenen Gewinnaufteih.mgsmethode und

• die geschiiftsvorfallbe.wgenen Nettomargenmethode.

Die geschiiftsvorfallbe.wgenen Nettomargenmethode wird auch als 'Transactional net margin method" bezeichnet. In der Literatur kommt ebenfalls die Bezeichnung der Gewinnvergleichsmethode vor, da diese Methode den Nettogewinn k.onzerninterner Liefenmgen und Leistungen mit Marktgeschiiften des Unternebmens bzw. fremder Dritter Unternehmen vergleicht.

Die Voraussetzung fiir Anwendung dieser Methode liegt darin, dass der Nettogewinn in Relation zu einer geeigneten Gnmdlage gesetzt werden kann. Eine geeigru::te Grund lage in diesem Zusammenhang sind zum Beispiel Kosten, Umsatz oder Kapital. Es lassen sich somit Almlichkeiten zur Kostenaufschlags- und Wiederwrkaufsmethode erkennen. Welchc Grolle dem Nettogewinn gegeniiber gestellt wird, ist vom indivi duellen Gescbaft sowie vom beteiligten Unternehmen abhangig.

Il'otz der Ahnlichk.eit der Methoden sieht die OECD Vorteile in der gescbaftsvorfall bezogenen Nettomargenmethode. Zwn einen sind die Nettogewinnindikatoren durch transaktionsbedingte Verschiedenheiten weniger beeinflussbar und zwn anderen wir k.en sich einige Funktionsunterschiede zwischen konzerninternen und konzernunab hiingigen Gescbaftsvorfallen weniger stark auf die Nettogewinnindikatoren aus, wie es der Fall bei der Handelsspanne ist. Doch es sind nicht nwVorteile zu erk.ennen. Ebenso gibt es Faktoren, die die Preise oder Handelsspannen nicht becinflussen, dafiir aber die Nettogewinnindikatoren. Aus diesem Grund ist es von grollcr Bcdeutung ex.akte Vergleichbarkeitsgrundsiitm zu schaffen. Daher sind die Anwendungshinweise

der OECD-Verrechnungspreisleitlinien zu beachten. Im Rahm.en dieser Methode wird ebenfalls zwischen einem inneren und einem iiuBeren Betriebsgleich unterschieden. Der innere Vergleich ist hierbei dem iiuBeren Be triebsgleich vorzuziehen.

Beispiel:

Es wird das Beispiel der Wiedekaufspreismethode aufgenommen. Zwei Vertriebs untemehmen, Untemehmen A (Alles-filr-groll-und-klein GmbH) und Unternehmcn B (Kinderlachen GmbH) verkaufen dasselbe Produkt, ein Turbodreirad filr Kleinkinder, auf demselben Markt undunter denselben Markennamen. Unternehmen A bietet im Ge gensatz zu Unternehmen B cine Garantieleistung an.

Im jetzi.gen Fall konnen jedoch die Anfwendungen fiir die Garantieleistungen nicht bestimmt werden. Dies hat zur Folge, ws die Handelsspanne nicht zuverliissig be stimmt werden kann. so ws keine Vergleichbarkeit der beiden Handelsspannen gege ben ist. Unter der Annahme, ws keine weiteren erheblichen Fllllktionsunterschiede zwischen beiden Unternehmen bestehen, kann der Nettogewinn des Unternehmens A ennittelt werden. Dementsprechend kann die geschli.ftsfallbezogene Nettomargenme thode angewendet werden. Auf derselben Grundlage der Ermittlung des Nettogewinns von Unternehmen A kann der von Unternebmen B ennittelt werden. Somit ist eine Vergleichbarkeit wieder hergestellt.

Bei der zwciten Methode handelt es sich um die gescbaftsvorfallbezogenen Gewirmauf teilungsmethode oder auch als "profit split method" bezeichnet. Hierbei wird der aus dem Gescbaft erwartete Gesamtgewinn zwischen den konzernabhiingigen Unternebmen aufgeteilt. Die Gewinnaufteilung erfolgt hierbei auf Grundlage der zu erbringenden

Leistungen, Funktionen wie anhand des Risikos. Ziel dieser Methode ist es den kon:rerninternen Einfluss des Gescbaftsvorfalls auf den Gewinn zu eliminieren, der durch Vereinbarung besonderer Bedingungen ausgeiibt werden k:ann. Aus diesem Grund wird die so vorgenommen, wie sie ebenso zwischen 1mabhiingigen Unternebmen stattfinden wiirde.

Ein Vorteil der Methode besteht in der Flexibilitiit, da sie die besonderen Gegebenhei ten der konzernabhiingigen Unternehmen beriicksichtigt, aber gleichzeitig auch den Fremdvergleichsgrundsatz walnt. In Bezug auf den Fremdvergleich ist jedoch anzu merken, ws meist die Jnfonnationen fremder Dritter ilber die GewiDll'erteilung feh len. Aus diesem Grund gestaltet sich die Atmendung dieser Variante in der Praxis hiiufig als schwierig. 'Ifotz der Schwierigk.eiten findet sich jedoch breite Anwen dung in der Praxis. Die weiteren Vorteile bestehen darin, ws die Methode fiir hoch

integrierte Tlitigkeiten angewendct werden kann sowie wenn beide Geschiiftspartner au8ergew6hnliche Beitrige zum Geschiiftswrfall leisten. Letzteres triffi aber nur zu, wenn beide Geschiiftspartner einzigartige Beitrige einbringen. & geniigt nicht, wenn nur eine Seite einen einzigartigen Beitrag leistet.

Beispiel:

Die japanische Muttergesellschaft iiberliisst ihrer deutschen Tochtergesellscbaft Rech te an der Marke ''lssey Miyake", damit diese mm auch in Deutschland ktet wer den kann. Auf Gnmdlage einer durchgefiihrten Funktionsanalyse wird der Gewinn im Verhiiltnis 50:50 aufgeteilt, da der Leistungsbeitrag beider Unternehmen am Gewinn gleich groB ist. Ebenso iiberliisst die japanische Muttergesellscbaft einem unabhli.ngigen frem.den Unternehmen in Deutschland Rechte an der Marke. Auch bier wird eine Gewinnauftei lung wn 50:50 vereinhart. Daraus liisst sich scblussfolgern. dass die konz.erninterne Gewinnaufteilung keiner Anpassung untermgen werdcn muss.

6.8.5. Globale Gewinnaufteilungsmethode

Wie bereits angesprochen, wird die globale Gewinnaufteilungsmethode in Deutscbland nicht angewendct. Im Gegensatz dazu, kommt sic dennoch inden USA zum Einsatz, da sie bier als gleichwertig zu den Standardmethoden deldariert wird. Diese Methode wird auch als ''comparable profits method" bezeicbnet. Die Besondcrheit dieser Methode ist, dass sie auf dem Prinzip des einheitlichen Unternehmens basiert. Die OECD geht jedoch dawn aus, dass jedes Unternehmen selbstiindig ist.

Die Verrechnungspreiskontrolle erfolgt innerhalb dieser Methode iiber drei Stufen:

• Stufe 1: Ermittlung von K.ennz.ahlen der Rendite wie zum Beispiel der Umsatz rentabilitiit von wrgleichbaren kom.emunabhiingi.gen Unternehm.en.

• Stufe 2: Uberpriifung, ob der Gewinn des koll7.el1l8bhiinggen Unternehmens sich innerhalb einer bestimmten Bandbreite der ermittelten Kenmahl zum Vergleich befindet.

• Stufe 3: Anpassung der VerrecJmungspreise bis aus Stufe 2 ein posithes Er

gebnis resultiert.

Beispiel:

Eine jamailranische Vertriebstochtergesellschaft erwirtschafte bei einem Umsatz von

500.000 € einen Gewinn von 35.000 €. Das entspricht einer Umsatirendite von 7%. Das 1mabhiingige Vergleichsunternehmen erzielt jedoch Ill.ll' eine Umsatzrendite von 4% bei vergleichbaren Geschiiften. Hier besteht demnach eine Abv.eichung von 3%.

Aufgnmd dieser entscheidenden Abv.eichung wird angenommen, dass die Verrech nungspreise der jamailranischen Vertriebsgesellschaft zu hoch sind. Aus diesem Grund wird der Gewinn der Gesellschaft auf 20.000 € nmter korrigi.ert.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >