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6.9. Beurteilung der Verrechnungspreismethoden

Die vorgestellte Kostenaufschlagsmethode, Preisvergleichsmethode und Wiederver kaufsmethode sind durch ihre Niihe zum Markt gekell117.Cichnet. Thot.zdem gibt es Probleme bei ihrer Anwendung. Dies liegt einerseits daran, dass quantitative Schiit zwigen von Noten sind und andererseits sie einen hohen Aufwand beziiglich der Ver waltung verursachen. Bin weiterer Kritikpunkt ist, dass die kom.ernbedingten Wettbewcrbsvorteile nicht verursachungsgerecht aufgeteilt wcrden. Hinzu kommt, dass sie aufgnmd der einzigartigen Geschiiftsbeziehungen wenig Anwendung finden.

Die Preisverg]eichsmethode ist in der Praxis eher eine Ausnahme, da es sich in vielen Fallen als schwierig erweist verg]eichende Fremdgeschiiftsvorfal.le auf Grundlage von Marktpreisen zu finden. Vergleiche hierzu auch den Beispielfall der spanischen Mutter gesellschaft Wonderworld S.L. mit der deutschen Tochtergesellschaft Schuhhimmel GmbH und dem K.onkurrenzschuhladen. Dennoch genie.Bt die Methode in Deutschland Vorrang gegeniiber den anderen Methoden. Was dazu beitriigt, dass immaterielle Wirt schaftsgiiter nicht geniigend beriicksichtigt werden. Dieser Vorrang existiert ebenso nach der Ansicht der OECD. Aber es wird auch eingeriiumt, dass die ZlM:rliissigkeit der Methode von dem Umfang und Genauigkeit der durchzu:fiihrenden Berichtigungen sei tens des Unternehmens abhiingi.g ist.

Tn der Praxis ergeben sich hliufig Schwierigkeiten, wenn der Verrechnungspreis nach der Preisverg]eichsmethode ermittelt werden soll. Besonders VCDll es sich mn Ver gleichspreise von K.onrernunternehmen handelt, die nicht oorsennotiert oder marktiib lich sind Hierbei ist es so gut wie unmi:iglich eine direkte oder auch indirekte Ver gleichbarkeit zu anderen Geschiiften herzustellen, da auBerhalb des K.onzerns keine Verg]eichswerte existieren.

Die Kritik hinsichtlich der Anwendung der K.ostenaufschlagsWld Wiederverkaufsme thode iiuBern sich dahingehend, dass sie eine einseitige Betrachtungsweise aufzeigen. Entweder ist die Kiiuferoder die Verkiiuferseite Mittelpunkt der Betrachtung. Des Weiteren kOnnen auf unvollkommenen Miirkten entscheidende Abweicln.mgen vor kommen.413

Im Gegensatz zu den anderen Mcthoden bandelt cs sich bei den gcwinnoricntiertcn Methoden nicht um einseitige, sondern zweiseitige Methode. In diesem Vorteil liegt jedoch gleicM.eitig auch ein Nachteil. Denn das Einholen wn Informationen ausliindi scher K.om.erngesellschaften erweist sich in der Praxis hiiufig genauso schwierig. wie das Einholen von Infonnationen fremder Dritter. Zusitzlich erfordert die Gesamtge winnennittlung, dass die Biicher und Aufaeichmmgen der konzernabhiingigen Unter nehmen auf derselben Gnmdlage gefilhrt werden sowie eventuell Anpassungen bei der R.echmmgslegung und der Wiihnmg vorgenommen werden miissen. In diesem Zusammenhang gilt auch wie bereits bei den anderen Methoden, je ungenauer die not wendigen Anpassungen wrgenommen werden, desto unzuverliissiger wird das Ergeb nis.415 Gewiss steht der Anwendung von gewinnorientierten Methoden entgegen, dass ihre Anerkenmmg noch nicht bei allen Liindern wllwgen ist lmv. sich erst teilweise wllzieht. Im Gegensatz dazu sind sie zum Beispiel in den USA schon wll anerkannt und bier ist auch erkennbar, dass die vorgeschlagenen LOsungen vielmehr im Einklang mit der okonomischen R.ealitiit stehen.

Der Vorteil der Nettomargenm.ethode liegt darin, dass wn einer einheitlichen Rech nungslegung sowie K.ontenrahmen abgesehen werden kann. da die Nettomargen mitei nander verglichen werden. Auch sei anzum.erken, dass die Nettomargen weniger emp findlich auf Veriindenmgen reagieren als die Bruttomargen. Diese Methode ist iuBerst

geeignet fiir Unternehmen, die cine einfache Struktur llllfM:isen lllld keine Geschiifte mit einzigartigen Giitern abwickeln. Allerdings besteht der Nachteil dieser Methode darin, dass sie Anpassungen schwerer vornehmen!assen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Einflussfaktoren der Nettomarge mehr in Bezug auf das betreffende Unter nehmen ausgemacht werden, als das sie von elem almi.wickelnden Gescbaft geprligt sind. Diese Einflussfaktoren sind Zl.Ull Beispiel die Wettbewerbsposition, die Ma nagementeffizienz oder individuelle Strategien sowie der Umfang der Geschiiftserfah

rung. Zusiitzlich handelt cs sich hierbei um Faktoren, die cbenfalls in den Frcrnmer gleich mit eingehen miissen, aber sehr schwer zu bescbaffen sind.

Zusammenfassend kaon festgehalten werden, dass sich der ''deutsche" Ansatz der Ver recbnungspreismethoden zu sehr an das Eimelverhalten klammert. Hierbei wint ver sucht ein komplexes Verhalten, das der Unternehmen, in ein einfaches Schema zu pressen, und zwar die des Standhaltens an dem Verhalten externer Dritter. Ein Kon zern kann nun mal aber nicht nach seinem Einzelverhalten beurteilt werden. Ans schlaggebend ist Summe aller Transaktionen. Im gleichen Malle wie die Transaktion muss auch die Gegenseite in die Betrachtung miteinbezogen werden. Dies bedeutet, dass im Rahmen der Verrechnungspreismethoden das untemehmerische Risiko, das i.mternehmerische Know-how sowie technisches und Marketing Know-how im glei chen Ma.Be mit einbe:wgen werden miissen, um ein wirtschaftliches Verrechnungspreissystem zu erhalten.

 
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