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4 Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien

Der Handel mit Strom aus EE unterscheidet sich vor allem auf der Seite des Verkäufers, d. h. bei der Vermarktung, vom Handel mit Strom aus konventionellen Energieträgern. Als Folge der staatlichen Förderung und der fluktuierenden Einspeisung von EE ergeben sich gegenüber Strom aus konventionellen Energieträgern zusätzliche Anforderungen. Beim Kauf hingegen, gibt es in der Regel keine Unterschiede. In den beschriebenen Segmenten des Großhandelsmarktes ist für einen Käufer ohnehin nicht erkennbar, aus welchen Quellen der gekaufte Strom stammt. Besonderheiten ergeben sich auf Seite des Käufers nur, wenn beispielsweise im Rahmen des Grünstromprivilegs Strom aus EE zum Verkauf an Endkunden als Ökostrom benötigt wird. In diesem Fall müssen Herkunftsnachweise oder Gütesiegel mit erworben werden.

Die Vermarktung von Strom aus EE wird meist nicht vom Anlagenbetreiber selbst durchgeführt. Bei der Förderung durch die Einspeisevergütung ist z. B. eine Vermarktung durch den ÜNB gesetzlich geregelt. Auch bei den beiden Arten der Direktvermarktung übernimmt in der Regel ein externes Unternehmen die Vermarktungsaufgabe, da die Vermarktung erst ab einem größeren Handelsvolumen wirtschaftlich durchführbar ist. Schätzungen gehen davon aus, dass aufgrund umfangreicher und komplexer Geschäftsprozesse mit hohen Fixkosten hierfür ein Mindestportfolio von 100 MW nötig ist.1 Im ersten Jahr fallen beispielsweise allein für die Teilnahme am Börsenhandel knapp 50.000 € an Gebühren an.2 Hinzu kommen Kosten für Personal, Prognosen oder IT-Systeme.

In diesem Unterkapitel werden zuerst die Auswirkungen der staatlichen Förderung von EE auf die Vermarktung von Strom aus EE beschrieben. Anschließend werden die Auswirkungen der Vermarktung auf die verschiedenen Segmente des Großhandelsmarktes beispielhaft für Windstrom dargestellt. Daraus resultiert eine große Bedeutung der Windleistungsprognose für die Vermarktungskosten. Diese Thematik folgt abschließend.

4.1 Vermarktung bei Einspeisevergütung und Marktprämienmodell

Die Vermarktung von Strom aus EE durch die ÜNBs ist durch das EEG, die AusglMechV und die Verordnung zur Ausführung der Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus, kurz Ausgleichsmechanismus-Ausführungsverordnung (AusglMechAV) geregelt. Vorgegeben werden hier beispielsweise die zu verwendenden Märkte. Zielsetzung der Regulierung ist vor allem eine risikolose und kostengünstige Vermarktung. Die AusglMechAV definiert hierzu auch einen Anreizmechanismus für die ÜNBs. Für die Vermarktung nach dem Marktprämienmodell gibt es keine gesetzliche Regulierung. Das Modell selbst legt aber beispielsweise eine ähnliche Vermarktung wie die für die ÜNB vorgegebene nahe.

 
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