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6.3 Dritte Schnittstelle: Zusammenarbeit mit Landkreisen, Kommunen und anderen Akteuren

In den vorherigen Kapiteln wurde die Zusammenarbeit der Dezernenten mit den Organen des Landkreises beschrieben. Um die Aufgaben des Landkreises zu erledigen, arbeiten die Dezernenten mit vielen weiteren Akteuren zusammen. Zu den wichtigsten gehören andere Land kreise ebenso wie die kreiseigenen Kommunen, Freie Träger der Wohlfahrtspflege und der Jugendhilfe, Vereine sowie Verbände.

Folgende Kategorien wurden für die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren ermittelt:

• Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen und Kommunen

• Instrumente für die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren

• Techniken für die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren

6.3.1 Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen und Kommunen

Zusammenfassung:

Die Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen und Kommunen findet in der Regel auf der fachlichen Ebene statt, um die gemeinsame Aufgabenerledigung möglichst effektiv zu gestalten und Reibungsverluste zu vermeiden. Bei diesem Punkt dominieren die Nennungen der Dezernenten. Gleiche Herausforderungen kann man gemeinsam mit anderen Landkreisen angehen oder zumindest vergleichen, wie sie dort gehandhabt werden. Fachliche oder politische Entscheidungen des Landkreises haben darüber hinaus nicht selten Auswirkungen auf die kreiseigenen Städte und Gemeinden. Deshalb muss hier rechtzeitig vermittelt werden.

LR

Dez

Kategorie

Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen und Kommunen

1

16%

9

60%

davon

davon

Unterkategorie

Abstimmung und Vergleich mit anderen Landkreisen

---

78%

Einbeziehen, Austausch und Ausgleich mit Kommunen

100%

89%

Präsenz vor Ort

---

22%

Tabelle 12: Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen und Kommunen

In der Zusammenarbeit mit anderen Landkreisen geht es hauptsächlich darum, sich zu vergleichen: „Im Bereich der Finanzen ist man eher im Kollegenkreis unterwegs und versucht zu gucken, wie sind wir aufgestellt im Vergleich zu anderen Landkreisen, bspw. über den Vergleichsring.“ Ferner werden Vorgehensweisen untereinander abgestimmt: „Das geht dann soweit, dass, wenn wir nächste Woche Sozialdezernentensprengel haben, dass es dann auch wieder auf der Tagesordnung steht und ich dafür plädiere, dass die Kolleginnen und Kollegen versuchen, das möglichst gleichmäßig umzusetzen.“

Kommunen und Landkreise teilen sich das gleiche Territorium, und nicht selten haben die Entscheidungen, die die Landkreise in ihrer Zuständigkeit treffen, Auswirkungen auf die Kommunen oder ihre Einwohner. Um diese Entscheidungen zu vermitteln, findet ein Austausch zwischen Dezernenten und Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden statt:

„Dann hab ich natürlich auch Dinge, wo ich sehe, dass das möglicherweise sinnvoll ist, vorzubeugen. Ich sehe halt, das ist eine Verfügung, die rausgeht, dass man halt schon mal den Bürgermeister möglicherweise informiert, da wo er auch betroffen ist.“ Es geht auch darum, Einigkeit und eine gemeinsame Position zwischen Landkreis und Kommunen zu erreichen:

„Auch da ist es wichtig, dass der Landkreis und dann der notwendige oder entsprechende Dezernent koordinierend eingreift, dass er die Interessen auf der kommunaler Ebene versucht zusammenzuführen, dass er deutlich macht, wo die Schwerpunkte letztlich der Entscheidung liegen, die Vorteile der Entscheidung liegen und versucht, eigentlich in engem Schulterschluss zwischen Kreis und zwischen den betroffenen Kommunen, den Ausgleich herbei zu führen.“ Genannt wird auch die Präsenz vor Ort, um sich als Dezernent direkt ein Bild von der Situation zu machen: „Oder auch, wenn man mit einer gewissen Regelmäßigkeit auch Besuche macht vor Ort bei den Kommunen.“

 
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