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1. Einleitung

Export ist die häufigste Markteintrittsform im internationalen Geschäft, vor allem auch für kleinere und mittelständische Unternehmen. Da es für Lieferungen innerhalb der Europäischen Union (EU) Sonderregelungen gibt, ist zwischen zwei Typen von Exportprozessen zu unterscheiden:

1. Die innergemeinschaftliche Lieferung

2. Die Ausfuhr in Drittländer

Von einer innergemeinschaftlichen Lieferung spricht man, wenn Waren aus einem Mitgliedsstaat der EU an einen Unternehmer in einem anderen Mitgliedsstaat geliefert werden. Je nachdem, ob der Empfänger der Leistung eine Privatperson oder ein Unternehmen ist, gelten unterschiedliche Regelungen für den Lieferanten. Als Ausfuhr in Drittländer bezeichnet man den Warenexport von einem EU-Land in einen Staat außerhalb des Zollgebietes der EU. Je nach Bestimmungsland gelten unterschiedliche Vorschriften und Dokumentenerfordernisse, die aber jeweils für alle Mitgliedsstaaten der EU einheitlich sind.

Vom Warenexport zu unterscheiden ist der Dienstleistungsexport, der ebenfalls zwischen EU-Staaten oder in Drittländer erfolgen kann. Dieser unterscheidet sich von grenzüberschreitenden Warenlieferungen vor allem in den umsatzsteuerrechtlichen Regelungen sowie durch Spezifika bei den Meldepflichten.

Wie beim Export ist auch beim Import die Unterscheidung zwischen dem innergemeinschaftlichen Erwerb und dem Import aus Drittländern von Bedeutung.

Im den folgenden Kapiteln dieses Essentials wird die operative Abwicklung der einzelnen Formen des Waren- und Dienstleistungsverkehrs näher beleuchtet.

2. Innergemeinschaftliche Lieferung

Der Grundstein für den freien Warenverkehr in Europa und somit auch für die für den Export wesentliche Unterscheidung zwischen innergemeinschaftlicher Lieferung und der Ausfuhr in Drittländer wurde bereits mit der Unterzeichnung der römischen Verträge und der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1957 gelegt. Das Ziel eines gemeinsamen Binnenmarktes wurde in der 1987 in Kraft getretenen Einheitlichen Europäischen Akte konkretisiert und schrittweise bis zum 1. Januar 1993 implementiert. Die Umsetzung beinhaltete insbesondere die Abschaffung der Zölle und sonstiger Handelsbarrieren (wie zum Beispiel Einfuhrquoten, Embargos oder wettbewerbsverzerrende staatliche Förderungen) zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Auch wenn Zollgrenzen und Zollformalitäten im EU-Binnenmarkt der Vergangenheit angehören, so gibt es in bestimmten Fällen immer noch sogenannte Ausfuhrkontrollen. Unternehmen sollten also auch innerhalb der EU überprüfen, ob es im Bestimmungsland für gewisse Produkte und Dienstleistungen Sonderregelungen gibt. Dies ist der erste Schritt im Prozess der Abwicklung einer innergemeinschaftlichen Lieferung, der in Abb. 2.1 im Überblick dargestellt wird. Als nächster Schritt folgt die Kalkulation des Exportpreises, dessen Höhe stark von den jeweils verwendeten internationalen Handelsklauseln (den sogenannten Incoterms) abhängt. Auf Basis dieser Kalkulation wird den potenziellen Kunden ein Exportangebot gestellt.

Sind sich Verkäufer und Kunde über Preis und Konditionen einig, so wird anschließend ein Vertragsentwurf erarbeitet. Bei grenzüberschreitenden Geschäften sind dabei vor allem auch das anwendbare Recht und der Gerichtsstand zu vereinbaren. Erhält jeder Vertragspartner den Entwurf in seiner jewe

Abb. 2.1 Der Prozess der innergemeinschaftlichen

Ein wesentliches Element des Exportprozesses innerhalb der EU ist die umsatzsteuerrechtliche Prüfung einschließlich der Überprüfung der Umsatzsteueridentifikationsnummer. Weiters sind die Zusammenfassende Meldung, die IntrastatMeldung sowie bei Bedarf die Lieferantenerklärung zu erstellen. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte der Abwicklung einer innergemeinschaftlichen Lieferung genauer beschrieben.

 
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