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5.3 Zollhöhe

Die Zollhöhe hängt von der Zuordnung der Waren im Zolltarifschema ab. Sind dem Importeur der Warencode und das Herkunftsland bekannt, kann der Zollsatz mit Hilfe der TARIC-Datenbank, die über die Webseite der Europäischen Kommission erreicht werden kann, ermittelt werden. Der Zollsatz wird insbesondere auch von der Ursprungseigenschaft der Ware beeinflusst. Werden die Waren von einem Drittland importiert, welches ein Präferenzabkommen mit der EU oder dem jeweiligen Bestimmungsland abgeschlossen hat, werden Zollpräferenzen eingeräumt. Der präferenzielle Warenursprung muss durch entsprechende Dokumente nachgewiesen werden (siehe Abschn. 3.3).

Der Zollbetrag, auch Einfuhrzoll genannt, ergibt sich aus dem Zollwert (dem Transaktionswert der Ware) multipliziert mit dem Zollsatz. In manchen Fällen hängt der Zollbetrag anstelle des Zollwertes von Gewicht, Volumen oder der Stückzahl der Importwaren ab (Büter 2010). Kleinsendungen bis zu einer Wertgrenze von € 150,– sind zollfrei sowie von der Einfuhrumsatzsteuer befreit.

In der EU gibt es ferner Agrarzölle, wodurch etwaige niedrigere Erzeugerpreise dem EU-Standard angepasst werden, um landwirtschaftliche Betriebe in den EUMitgliedsstaaten zu schützen.

5.4 Einfuhrumsatzsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) ist eine nationale Steuer und entspricht den Umsatzsteuersätzen im Bestimmungsland. Die Bemessungsgrundlage dafür bilden der der Rechnungsbetrag, Zollabgaben sowie Frachtkosten, die bis zum ersten inländischen Bestimmungsort anfallen (Hartweg et al. 2012; Schütt 2011). Grundsätzlich entsteht die Steuerschuld zum Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldung.

Hinsichtlich der Bezahlung der EUSt unterscheidet man zwischen zwei Verfahrensarten, die bare und die unbare Entrichtung der EUSt.

Die bare Entrichtung ist das ursprüngliche Verfahren, bei dem die EUSt direkt an das Zollamt zu bezahlen ist. Im Monat der Entrichtung kann hierbei auch der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. Wird die EUSt nicht vom Warenempfänger selbst bezahlt, sondern beispielsweise durch einen Spediteur, so braucht dieser für die Durchführung des Vorsteuerabzugs den Zahlungsbeleg.

Die unbare Entrichtung ist ein neueres Verfahren und kann unter der Voraussetzung, dass der Importeur im Bestimmungsland umsatzsteuerpflichtig ist und die Waren für unternehmerische Zwecke einführt, anstelle der baren Entrichtung gewählt werden. Bei diesem Verfahren wird die vom Zollamt berechnete EUSt auf das Steuerkonto des Unternehmens gebucht und direkt an das Finanzamt übermittelt. Besteht aufgrund der Vorsteueranmeldung ein Überschuss auf dem Steuerkonto, muss keine Zahlung erfolgen. Ist das Guthaben geringer als die anfallende EUSt, wird ein Zahlschein ausgestellt. Der Einfuhrzoll ist aber auch bei diesem Verfahren an das Zollamt zu entrichten. Wenn ein Importeur von der unbaren Entrichtung Gebrauch machen will, muss er das bereits bei der Zollanmeldung angeben. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen haben dabei den Vorteil, dass sie die EUSt nicht mehr vorfinanzieren müssen; nicht Vorsteuerabzugsberechtigte profitieren von der Verschiebung der Fälligkeit auf den 15. des Folgemonats (Hartweg et al. 2012; WKT 2012a).

 
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