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Die SEPA-Scheme-Rulebooks

Die neuen Instrumente SCT und SDD, oftmals vom EPC auch als eigenständige Schemes bezeichnet, werden nach Ablauf des Enddatums im Februar 2014 sowie nach einer Übergangsfrist von 24 Monaten für nationale Verfahren durch die Europäische Kommission die existierenden nationalen Schemes ersetzen. [1] Für die Einführung von SCT und SDD sind seitens des EPC bereits verschiedene Versionen der Rulebooks veröffentlicht worden, [2] die Auskunft über die Regeln, Standards, Praktiken, Rechte und Pflichten der beteiligten Scheme-Parteien geben. Weiterhin beinhalten die Rulebooks Angaben über Anforderungen und die Qualität von Daten innerhalb der Schemes. Zudem werden auch die Schnittstellen der Schemes zwischen Banken, Payment Service Providern [3], Clearing und Settlement Mechanism[4] mit allen notwendigen Regeln durch die Rulebooks definiert.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die SCT- und SDD-Schemes nicht alle Eigenschaften der existierenden nationalen Schemes übernehmen können. Aus diesem Grund sind die Additional Optional Services (AOS) integriert worden, die individuelle Anpassungen auf nationaler Ebene ermöglichen, sofern diese nicht die Interoperabilität des SCT- und SDD-Schemes gefährden. Verbindlich für alle Länder sind jedoch die durch die PSD vorgegebenen und in den SEPA-Rulebooks technisch verankerten neuen Verrechnungszeiten. So gilt für SCT eine Ausführungszeit von D + 1 für die Zustellung der Zahlung vom Debitor zum Kreditor. Für SDD belaufen sich die Vorlagezeiten für die Abbuchung auf der KreditorenBank auf D-5 für eine erstmalige Transaktion, wohingegen für nachfolgende Transaktionen D-2 bindend ist[5]

Durch das SDD sind eine Reihe gravierender Einschnitte unternommen und erhebliche Änderungen (z. B. kürze Ausführungszeiten, Einführung der PreNotification und Mandatsverpflichtungen oder umfassendere Rückforderungsansprüche) im Zahlungsverkehr durchgeführt worden. Hinzu kommt, dass die SDD-Schemes für die Vielzahl der Mitgliedstaaten eine völlig neue Regelung und ein gänzlich neues Zahlungsinstrument darstellen, wohingegen sich das SCT-Scheme grundsätzlich an den bisherigen nationalen Verfahren orientiert. [6]

  • [1] Vgl. Europäisches Parlament; Rat der Europäischen Union 30/03/2012; European Commission (2010b); Europäisches Parlament; Rat der Europäischen Union 9/10/2009; GD Binnenmarkt und Dienstleistungen 16/12/2011; Europäisches Parlament; Rat der Europäischen Union 14/03/2012; Braatz und Brinker (2012e).
  • [2] Die SEPA-Rulebooks sind Rahmenwerkte des EPC, die die notwendigen Anpassungen der Marktteilnehmer in Bezug auf die Umsetzung der neuen SEPA-Instrumenten SCT und SDD vorgeben. Vgl. European Payment Council 1/11/2010a; European Payment Council 1/11/2010b.
  • [3] PSP sind Zahlungsdienstleister, die Händlern die Möglichkeit bieten, Zahlungskarten über das Internet oder MO/TO zu akzeptieren. Die PSP übernehmen weiterhin das finanzielle Ausfallrisiko im Auftrag des Acquirers, womit auch Händlern ohne Kundenbzw. Zahlungshistorie die Möglichkeit gegeben wird, Kartenzahlungen zu akzeptieren. Zusätzlich übernehmen die PSP die Garantie der Sicherheit für die Zahlung sowie den notwendigen Autorisierungsprozess. Vgl. Kubis-Labiak (2004, S. 31).
  • [4] Der Clearing and Settlement Mechanism umfasst die Bezeichnung der Funktionen des Clearing und des Settlement.
  • [5] Vgl. Rambure und Nacamuli (2008, S. 89).
  • [6] Vgl. European Payment Council 1/11/2010a; European Payment Council 1/11/2010b.
 
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