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2.1.3 Die Abgrenzung zwischen PSD und SEPA

Die Abb. 2.6 zeigt die Ausprägungen der unterschiedlichen Variablen einer Differenzierung auf und verdeutlicht die Abgrenzungsbereiche der PSD I/ PSD II und der Marktinitiative SEPA. [1] Erkennbar wird, dass sich die Initiativen im Ursprung, in der regionalen Ausdehnung, den tangierten Währungen, den Adressaten, der Rechtsbeziehung sowie in den eingeschlossenen Dienstleistungen wesentlich unterscheiden. So liegt bspw. der Ursprung der PSD bei den Regulatoren, während die SEPA eine Marktinitiative der Bank ist, bzw. umfasst die PSD I und die

Initiative

Variablen

PSD

SEPA

Ursprung

European Kommission

Selbstreguliert durch Banken

Region*

EU und EWR (31 Länder)

EU, EWR und Schweiz (32 Länder)

Erfasste Währung

Euro und Währungen der Mitgliedsstaaten

Euro

Adressaten

Zahlungsdienstleister, i.S.d. PSD I und PSD II

Banken

Rechtsbeziehungen

Zahlungsdienstleiter und Zahlungsdienstnutzer

Verhältnis zwischen Zahlungsdienstleistem

Dienstleistungen

Zahlungsdienstleistungen

SEPA Überweisung

SEPA Lastschriftund

SEPA Kartenzahlungen

* Status Quartal2, 2014

Abb. 2.6 Abgrenzung zwischen PSD und SEPA. (Quelle: Vgl. (Lycklama und Liezenberg 2010, S. 18))

PSD II auch Nicht-Euro-Währungen, während die SEPA nur Euro-Mitgliedstaaten beheimatet. [2]

Grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal der Initiativen ist, dass die PSD die Einführung einheitlicher Regeln und Standards im EU-Zahlungsverkehr und die notwendige Rechtssicherheit und Akzeptanz in der Kunde-Bank-Beziehung gewährleistet, damit die SEPA Dienstleistungen uneingeschränkt zur Geltung kommen können. [3]

2.1.4 Aktueller Status der PSD- und SEPA-Umsetzung

Bis zum heutigen Stand ist die SEPA-Umstellung langsamer vorangeschritten, als von den Regulatoren erwartet, was sich deutlich in der erneuten Verlängerung der SEPA Einführungsfrist für die Mitgliedstaaten auf dem 01. August 2014 verdeutlicht. Dennoch nehmen derzeit 33 europäische Länder an der SEPA teil. Über 4.500 Banken haben sich dem SCT angeschlossen, und mehr als 3.000 Banken haben ihre Teilnahme am SDD bestätigt. Allerdings wird derzeit noch immer nicht die gesamte Anzahl (SCT ca. 90 % und SDD ca. 80 % des SEPA-Transaktionsvolumens) von SEPA-Zahlungstransaktionen durch die Mitgliedstaaten im SEPA-Format abgewickelt. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass die Umsetzung der Regelwerke und die Erreichbarkeit der Marktteilnehmer für SEPA-Zahlungen allein nicht genügen, um einen vollständigen Wechsel von den nationalen Instrumenten auf die SEPA-Instrumente zu gewährleisten, trotz mehrfacher Deadlines, wie dem 01. Februar 2014 und dessen Verschiebung auf den 01. August 2014. Somit ist bei der Umsetzung von SEPA zwar bereits viel erreicht worden, jedoch bedarf es für eine erfolgreiche Vollendung der SEPA aus Sicht der Regulatoren weiterer Schritte. Deshalb sind am 01. Februar 2016 auch die SEPA-Enddaten für SCT, SDD und SEPA-Kartenzahlungen so vereinbart worden, dass bis zum Ablaufen dieses Datums die Umstellung auf die neuen SEPA-Instrumente vollständig erfolgt sein muss und auch keine nationalen Besonderheiten mehr existieren. [4]

Die Integration des europäischen Kartengeschäfts ist derzeit mit der Umsetzung des SEPA Card Clearing Frameworks der Berlin Group noch in den Anfängen, und eine Vollendung des SEPA-Kartengeschäfts ist erst zum 01 Februar 2016 zu erwarten. Deshalb konnten viele Ziele der Regulatoren im EU-Kartengeschäft bisher noch nicht erreicht werden. [5] Das seit Inkrafttreten der Lissabon-Agenda stark gestiegene Transaktionsvolumen der Kartenzahlungen und die daraus resultierenden Skaleneffekte haben bisher zu keiner signifikanten Verringerung der Verbraucherkosten und der Interchange Fee geführt. [6] Hinzu kommt, dass die nationalen Debit-Karten ohne Co- Badging außerhalb des Herkunftslands häufig noch immer nicht an jedem POS akzeptiert werden, was die Weiterentwicklung der SEPA hemmt. [7]

Ein weiterer Aspekt der mangelnden Umsetzung der SEPA-Ziele im Kartengeschäft ist mitunter durch die nur langsam voranschreitende Schaffung eines zusätzlichen paneuropäischen Karten-Schemes gekennzeichnet, wobei einzelne Initiativen derzeit in ihrer Entwicklung stagnieren. [8] Gleichwohl haben die europäischen Regulatoren ein solches Karten-Scheme als ein notwendiges Element zur Steigerung des Wettbewerbsniveaus erachtet, welches dem weiteren Voranschreiten des Zusammenschlusses der Länder innerhalb der SEPA dient. [9]

Hingegen können die Regulatoren bei der Standardisierung von Kartenzahlungen, z. B. durch einheitliche Lizenzvorgaben wie die der PI, TPP, Secure Pay, beim EMVCo und dem PCI-Standard erste Fortschritte vorweisen. So sind beispielsweise die Anzahl der grenzüberschreitenden Acquiring- und Issuing-Aktivitäten der Marktteilnehmer sowie die positive Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Bezug auf die SEPA deutlich angestiegen. [10]

  • [1] Eine detaillierte Unterscheidung von SEPA und PSD sowie der gemeinsamen Vision und Zielsetzungen, findet sich in Anlage 1.
  • [2] Vgl. Lycklama, Liezenberg (2010, S. 18).
  • [3] Vgl. European Payment Council (2009, S. 37).
  • [4] Vgl. European Central Bank (2008b); Europäisches Parlament; Rat der Europäischen Union (09/01/2014).
  • [5] Weitere Ziele, welche beispielhaft für das Kartengeschäft noch immer nicht erreicht worden sind, sind u. a. die Reduzierung der noch immer ansteigenden Zahl von Betrugsfällen, einheitliche SEPA-Standards/SEPA-Normen, die Abschaltung der Altsysteme, eine Kompatibilität der nationalen Schemes oder ein einheitliches Preisniveau.
  • [6] Die Interchange Fee der nationalen Karten-Schemes weichen noch immer von einem Land zum anderen voneinander ab und sind bei grenzüberschreitenden Zahlungen unterschiedlich hoch. Auch eine endgültige Festlegung der Höhe der künftigen Interchange Fee für Debit-, Charge- und Kreditkarten seitens der Regulatoren steht noch aus. Allerdings greift setzt hier die Verordnung 2013/0625 auf, welche u. a. die Interchange Fees für Debitkarten auf 0,2 % und für Kreditkarten auf 0,3 % reduziert. Vgl. European Payment Council (2013a).
  • [7] Euro-Zone: EMV Migration am POS ca. 92 %, EMV-compliant Cards ca. 88 %, EMVcompliant ATMs ca. 97 %. Vgl. European Commission (2012); ecb.europa.eu/paym/ sepa/about/html/index.en.html.
  • [8] Vgl. Braatz und Brinker (2012c).
  • [9] Vgl. European Central Bank (2010, S. 5 f.).
  • [10] Vgl.; European Payment Council (2013a); European Payment Council (2013b); European Central Bank (2010, S. 26 ff.).
 
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