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6.3.2 Beitrag zu fächerübergreifenden Zielen

Neben fachlichen domänenspezifischen Zielen des Wirtschaftsunterrichts äußerten die Lehrpersonen auch Vorstellungen zu Zielen, die als überfachlich zu bezeichnen sind. Im Wirtschaftsunterricht sollen nach den Vorstellungen der Lehrpersonen auch fächerübergreifend Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch Haltungen bzw. Einstellungen vermittelt werden. Die den fächerübergreifenden Zielen zugeordneten Vorstellungen lassen sich in die Kategorien „Methodenkompetenz“, „Handlungskompetenz“, „Persönlichkeitsbildung“ und „Sozialkompetenz“ einordnen. Vorstellungen zur Vermittlung von Methoden gefolgt von Vorstellungen zur „Handlungskompetenz“ und „Persönlichkeitsbildung“ dominieren die Vorstellungen zu fächerübergreifenden Zielen des Wirtschaftsunterrichts in ihrer Häufigkeit. An dieser Stelle ist noch einmal hervorzuheben, dass Vorstellungen, die zu den Zielen des Wirtschaftsunterrichts geäußert werden, vorrangig domänenspezifisch sind und weitaus weniger fächerübergreifende Ziele artikuliert wurden. Insbesondere die Vorstellungen zur „Handlungskompetenz“ korrespondieren mit den Vorstellungen zur ökonomischen Handlungskompetenz im Rahmen der fachlichen Ziele, aber auch die in den Vorstellungen geäußerte kritische Grundhaltung und die Befähigung zum Perspektivwechsel wurden als domänenspezifische Ziele des Wirtschaftsunterrichts beschrieben.

Die Vermittlung von Methoden stand für die Lehrpersonen bei den fächerübergreifenden Bildungszielen im Vordergrund [1]. So soll der Wirtschaftsunterricht dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler sich selbstständig Informationen beschaffen [2] und Texte bearbeiten [3], und dass sie lernen, in Projekten zu arbeiten [4] , sowie ihre Ergebnisse präsentieren können[5]. Vorstellungen, die auf das fächerübergreifende Ziel der Handlungskompetenz abzielen, sind eng verknüpft mit fachlichen Vorstellungen zur Veränderung von ökonomischem Wissen. Aufgrund der sich wandelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten sollen Schülerinnen und Schüler auch über ökonomische Situationen hinaus in der Lage sein, mit Veränderungen und Ungewissheit umzugehen [6] und Handlungsspielraum zu sehen und wahrzunehmen[7]. Der Wirtschaftsunterricht soll aus Sicht der Lehrpersonen außerdem dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler auch über spezifisch ökonomische Situationen hinaus, selbstbestimmt handeln und Entscheidungen treffen können [8].

In diesen Vorstellungen wird stärker als in den Vorstellungen zur Handlungskompetenz, die mittels des Kartenimpulses geäußert wurden, die bildungstheoretische Dimension von Handlungsorientierung auch in den Lehrervorstellungen deutlich. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Handlungsorientierung zwar ein impliziter Bestandteil der Lehrervorstellung ist, die Lehrpersonen unter dem Begriff„Handlungsorientierung“ jedoch etwas anderes verstehen (u. a. verkürzter Handlungsbegriff, Produktorientierung).

Die fächerübergreifenden Vorstellungen, die der Kategorie „Persönlichkeitsbildung“ zugeordnet wurden, umfassen Vorstellungen der Lehrpersonen, die die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler als starke, selbstständig [9] und selbstreflexive Individuen [10] in den Mittelpunkt stellen. Als solche sollen sie dann in der Lage sein, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese argumentativ zu vertreten [11]. Bei diesen Vorstellungen wird die Verknüpfung zur ökonomischen Urteilskompetenz deutlich. Vorstellungen im Bereich „Persönlichkeitsbildung“ umfassen hingegen Eigenschaften und Haltungen, wie Zuverlässigkeit oder Engagement [12].

Weitere Vorstellungen, die unter dem Begriff „Sozialkompetenz“ zusammengefasst wurden, weil sie die Begegnung bzw. Auseinandersetzung mit anderen und deren Positionen beinhalten, umfassen Vorstellungen dazu, dass der Wirtschaftsunterricht auch dazu beitragen soll, dass Schülerinnen und Schüler anderen Meinungen auch über ökonomische Kontexte hinaus offen begegnen [13] , sich in andere Perspektiven hineinversetzen [14] und konfliktfähig [15] sein sollen. Eine weitere Vorstellung hat zum Ziel, Schülerinnen und Schülern eine kritische Grundhaltung zu vermitteln und sie dazu zu befähigen, auch über ökonomische Situationen hinaus kritisch nachzufragen [16]. Auch diese Vorstellung hängt eng mit Vorstellungen zu fachlichen Zielen des Wirtschaftsunterrichts zusammen.

  • [1] Vgl. Interview II, IV, V, VI, VII, IX, XI, XII, XIII, XIV
  • [2] Vgl. Interview VI, VII, XV
  • [3] Vgl. Interview V, VII, XV
  • [4] Vgl. Interview IV, V, IX
  • [5] Vgl. Interview II, XII, XIII
  • [6] Vgl. Interview I IV, XIII, XIV
  • [7] Vgl. Interview VI, VIII
  • [8] Vgl. Interview IV, VI, VII
  • [9] Vgl. Interview III, V, IX, XI, XIII
  • [10] Vgl. Interview I, IV, VII, XV
  • [11] Vgl. Interview VIII, XIV
  • [12] Vgl. Interview IV, VIII, XII.
  • [13] Vgl. Interview I, XV
  • [14] Vgl. Interview X, XV
  • [15] Vgl. Interview X
  • [16] Vgl. Interview IV, VII, VIII, X
 
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