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1 Einleitung

Hohe Bildungsqualifikationen sind für einen Technologiestandort wie die deutsche Volkswirtschaft von entscheidender strategischer Bedeutung. Die deutsche Wirtschaft wird durch den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel in den kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen gestellt. Trotz eines Beschlusses von Bund und Ländern, die Bildungsausgaben bis 2015 auf 7% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu steigern (vgl. Robert Bosch Stiftung 2009), wird die für 2020 prognostizierte Akademikerlücke von 1,2 Millionen (Mio.) lediglich um etwa 50% auf 630.000 geschlossen werden können (siehe Anhang I). Diesem Trend kann nur entgegengewirkt werden, wenn mehr Facharbeiter für ein Studium motiviert werden und bestehende Akademiker zunehmend bereit sind, sich parallel zum Beruf wissenschaftlich weiterzubilden (vgl. Robert Bosch Stiftung 2008).

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Forderung nach lebenslangem Lernen (LLL) [1] ist zu einem festen Bestandteil der deutschen und der europäischen Bildungspolitik geworden. In diesem Zusammenhang hat der Wissenschaftsrat festgestellt, dass es „angesichts des rapiden Wandels der Arbeitswelt, der demographischen Entwicklung und steigender Zuwanderung zu einer höheren Nachfrage nach akademischer Weiterbildung“ kommen wird (2006, S. 21). Internationalen Vergleichen zufolge ist die Weiterbildungsbeteiligung in der deutschen Wirtschaft unterdurchschnittlich (vgl. BMBF 2011 [2]). Deutsche Weiterbildungsanbieter liegen bei der Entwicklung, Etablierung und professionellen Durchführung von Veranstaltungen im internationalen Vergleich stark [2] hinter anderen Ländern zurück (vgl. Hanft & Knust 2007; Heublein et al. 2008). Trotz zahlreicher initiierter Maßnahmen wird daher in den kommenden Jahren mit einer weiteren Intensivierung der Anstrengungen von Bund und Ländern im Rahmen der Weiterbildung (WB) gerechnet. Für Fachverlage, als Anbieter akademischer Lehrinhalte, wird der Markt daher zunehmend attraktiv. Vor allem durch die Optionen moderner Medien ergeben sich eine Vielzahl an Geschäfts- und Kooperationsmodellen mit Weiterbildungsanbietern. Zudem haben das Internet und damit verbundene Technologien das Verlagswesen revolutioniert (vgl. Heng et al. 2010). Die Verlagsbranche befindet sich demnach erst im Anfangsstadium „des größten Umbruchs seit Gutenberg“ (Braun 2009, S. 273).

In der vorliegenden Arbeit sollen daher berufsbegleitende Weiterbildungsangebote auf wissenschaftlichem Niveau analysiert und aufbauend darauf mögliche Geschäftsmodelle für Fachverlage dargestellt werden. Ziel dieser Arbeit ist es zu ermitteln, ob Investitionen in den Weiterbildungsmarkt für Fachverlage hinreichend profitable Aussichten bieten.

  • [1] Ein EU-Memorandum versteht darunter die „Gewährleistung eines umfassenden und ständigen Zugangs zum Lernen, damit Qualifikationen erworben und aktualisiert werden können, die für eine nachhaltige Teilhabe an der Wissensgesellschaft erforderlich sind“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2000, S. 4).
  • [2] Auf den Begriff „Weiterbildungsbeteiligung“ wird in Kap. 2.4 im Detail eingegangen.
 
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