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2.4 Marktgröße und -wachstum

Die Gesamtgröße des Weiterbildungsmarktes ist faktisch unbekannt, kann aber über verschiedene Kalkulationen näherungsweise ermittelt werden (vgl. Nuissl & Brandt 2009). Im Folgenden soll die Marktgröße aus makroökonomischer Perspektive auf Grundlage der Weiterbildungsausgaben von Betrieben und mithilfe der durch die AES erhobenen Weiterbildungsbeteiligung ermittelt werden. Begründet durch die defizitäre Datenlage kann dabei keine explizite Trennung zwischen formalen und non-formalen Bildungsgängen vorgenommen werden.

Makroökonomische Perspektive

Das öffentliche und private Bildungsbudget lag 2009 bei 163,7 Mrd. Euro und entsprach somit einem Anteil von 6,8% am BIP; 8,5 Mrd. Euro (0,3% des BIP) wurden dabei für non-formale WB ausgegeben. Zum weitaus größten Teil wird die non-formale WB aus privaten Mitteln finanziert. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) gaben 2008 lediglich 2,7 Mrd. Euro für WB aus (vgl. StBA 2011 [1]; BIBB 2012; BMBF 2011 [3]). Nach Nuissl und Brandt (2009) gibt es „keine genauen Angaben [...], wie viele Personen insgesamt in Weiterbildungseinrichtungen in Deutschland beschäftigt sind“ (S. 55). Im Rahmen einer Studie wurden 2005 jedoch rund 1,6 Mio. Beschäftigungsverhältnisse, darunter etwa 650.000 Lehrende[1], ermittelt (vgl.WSF 2005).

Weiterbildungsausgaben von Betrieben

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln befragt im dreijährigen Turnus Betriebe nach deren Weiterbildungsaktivitäten und damit verbundenen Ausgaben. Im Rahmen der letzten Erhebung 2010 haben 83,2% der Unternehmen WB angeboten und 28,6 Mrd. Euro dafür aufgewendet. Das entspricht Investitionen pro Mitarbeiter von 1.035 Euro jährlich und stellt eine nominale Steigerung von 6,4% gegenüber 2007 dar. Grund hierfür ist die gestiegene Beschäftigung. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass pro Mitarbeiter nur etwa 30% (314 Euro) direkte Kosten entstehen und weitere 69% (721 Euro) für die Weiterbildungsorganisation und den Ausfall von Arbeitsstunden anfallen. Insgesamt entstehen den Betrieben damit direkte Kosten in Höhe von 8,7 Mrd. Euro, was etwa den 8,5 Mrd. aus der makroökonomischen Ermittlung entspricht. Zudem konnte durch die Untersuchung erneut belegt werden, dass Unternehmensgröße und Weiterbildungsbeteiligung positiv korrelieren (vgl. Seyda & Werner 2012).

  • [1] Die Beschäftigungs- und Tätigkeitsverhältnisse teilen sich wie folgt auf: 14% sozialversicherungspflichtig, 74% Honorarkräfte, 10% ehrenamtlich und 3% sonstige (vgl. WSF 2005).
 
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