< Zurück   INHALT   Weiter >

1.3. Forschungsstand

Da das schwer einzugrenzende Forschungsgebiet dieses Textes zahlreiche Fachgebiete der Geistes- und Sozialwissenschaften berührt, ist es eine eigene Herausforderung, den Forschungsstand hierfür zu skizzieren. Um dieser interdisziplinären Problematik trotzdem gerecht zu werden, beschränkt sich der hier untersuchte Forschungsstand hauptsächlich auf die Untersuchung von Titelblättern von Zeitungen und Zeitschriften mit besonderem Bezug auf österreichische Tageszeitungen.

Durch die unterschiedlichen Anknüpfungspunkte der vorliegenden Arbeit, wäre auch der Forschungsstand aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten – da dies im Rahmen dieser Untersuchung jedoch nicht ausreichend möglich ist, wurde versucht, verschiedene Aspekte zu beleuchten. Während der Literaturrecherche kam zutage, dass der Forschungsbedarf verstärkt wird durch den Umstand, dass im Rahmen des ersten Teils der Untersuchung im Jahre 2010 häufig die gleichen Werke gefunden werden konnten, wie auch einige Zeit später bei der zweiten Untersuchung im Jahre 2013.

Die Beschäftigung mit Titelblättern kann hauptsächlich bei Diplomarbeiten verzeichnet werden – an den österreichischen Universitäten wurden vereinzelte Werke hierzu gefunden, wobei betont werden muss, dass sich viele mit dem deutlich größeren deutschen Zeitschriftenmarkt beschäftigt haben, wie beispielsweise Tina Fischer-Antze „Blickfang ZeitschriftenTitelblatt – Aufmerksamkeit erregen durch Sprache-Bild-Texte“ oder Jasmin Slaby „Titelblätter im Vergleich – eine Inhaltsanalyse unterschiedlicher Titelseiten deutschsprachiger Lifestylemagazine im Vergleich“. Diese Werke bieten jedoch trotzdem zahlreiche Inputs für das Verfassen dieser Arbeit, da sich die Themenbereiche, wie schon erwähnt, überschneiden.

Als Beispiel seien auch Rudi Renger und Christian Wiesner von der Universität Salzburg zu nennen, welche sich in Ihrem Artikel „Politik zum Lachen: „Feel Good“-Faktoren in der Politikberichterstattung österreichischer Tageszeitungen“ nicht zwingend mit den Titelseiten, jedoch mit den Verflechtungen von Information und Unterhaltung auseinandergesetzt haben, welche sich teilweise mit der Berichterstattung in soft und hard news überschneidet.

Auch das Themengebiet „Standard vs. Krone“ kann in den verschiedensten Kontexten und Werken gefunden werden – beispielsweise in Diplomarbeiten wie „Sprache und Erscheinungsbild bei Tageszeitungen – Ein Vergleich zwischen „Kronen Zeitung“ und „Der Standard““ von Birgit Lichtenberger oder „Stilfunktionen der Fremdwörter in der Sprache der Politik – Analyse der Textsorten in österreichischen Tageszeitungen KURIER, Die Presse, DER STANDARD und Kronen Zeitung“ von Amra Kadiric.

Titelblattbeziehungsweise Ressortvergleiche sind schwer aufzufinden. Muhammet Saglam beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Thema „Journalistische Qualität im Internet – Fallbeispiel derStandard.at“ mit dem Phänomen Online-Journalismus anhand der Zeitung Der Standard.

Hierbei sei jedoch zu erwähnen, dass vor allem die Beschäftigung mit Online-Titelblättern bis jetzt nach bisheriger Recherche noch ein unbeziehungsweise wenig berührter Forschungsaspekt ist – dies unterstreicht wiederum die Relevanz des Themas.

Bei der Bearbeitung von Problemstellungen des österreichischen Zeitungsmarktes kann internationale Forschung zumeist vernachlässigt werden – innerhalb Österreichs beschäftigen sich hauptsächlich HochschulabsolventInnen in ihren Abschlussarbeiten mit diesem Thema. Wie man an Paulhart, M. (1998), Birner, A. (2005), Mark, O. (2006) und Kernegger, B. (2009), sehen kann, sind die Themenschwerpunkte und Fragestellungen abgesehen vom Untersuchungsgegenstand Zeitung (in diesen Fällen u.a. Standard und Krone) jedoch meist nicht direkt in Verbindung zu setzen. Die vorliegenden Forschungen betonen auch die Importanz der Medienforschung durch die vielfältigen Möglichkeiten und Aspekte.

Magin & Stark, 2011, untersuchten die Unterschiede österreichischer Zeitungen – ein Schwerpunkt lag darauf, so genannte „Qualitätsmedien“ von anderen unterscheiden zu können und die Kriterien hierfür herauszustellen. Hierzu wurden Parameter wie Marktstrukturen, Nutzercharakteristika und Medieninhalte herangezogen – auch Standard und Krone wurden neben anderen österreichischen Zeitungen behandelt. Hieraus wird beispielsweise ersichtlich, dass der Standard im Jahre 2006 insgesamt

63.440 ð an Qualitätsförderung erhielt – im Gegensatz dazu konnten bei der Krone nur 13.647 ð aus ebendieser verzeichnet werden. Es sei also in Frage zu stellen, ob bereits Qualitätsunterschiede anhand von Förderungen abzulesen sind.

Zum Vergleich von Online- und Printversionen können – wie bereits 2011

– sehr wenige Publikationen gefunden werden. Dies ist auch auf die Aktualität des Themas zurückzuführen, was erneut die Relevanz unterstreicht. Kastler, B. (2011) beschäftigte sich in seiner Magisterarbeit „Print versus Online – vergleichende empirische Untersuchung zum beruflichen Alltag in sportjournalistischen Print- und Online-Redaktionen Österreichs“ mit dem neuartigen Phänomen des Online-Journalismus, legt hierbei jedoch keine Spezialisierung auf das Medium Zeitung. Weichert, Kramp & Jakobs beschäftigen sich 2009 mit dem Thema „Wozu noch Zeitungen? Wie das Internet die Presse revolutioniert?“. Die erneute Aufarbeitung dieses Themas soll einen kleinen Beitrag innerhalb dieses Forschungsbereichs liefern.

1.4. Aufbau der Arbeit

Der anschließende theoretische Teil befasst sich vor allem mit der Entwicklung der Presse, den Aufgaben und Funktionen des Journalismus, den Veränderungen durch den Online-Journalismus, den RezipientInnen und der besonders in Österreich zentralen Qualitätsdebatte und bildet das Fundament für das im Anschluss folgende methodische Vorgehen mitsamt Codebuch.

Der letzte Teil widmet sich der empirischen Untersuchung von Titelseiten der beiden Tageszeitungen Krone und Standard, welche anhand einer Inhaltsanalyse zu Erkenntnissen führen soll. Durch die Gegenüberstellung der Ressortwahl und eine damit einhergehende Einteilung in „hard news“ und „soft news“ wird versucht, die Forschungsfragen zu bearbeiten.

Das abschließende Kapitel soll die Ergebnisse präsentieren, welche einem Interpretationsversuch unterzogen werden, um Fazit und Ausblick als letzten Punkt einzuleiten.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >