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3.2 Aufmerksamkeitsprofile mit EEG

Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff der Aufmerksamkeit zwar bekannt, der Begriff der Aufmerksamkeitsprofile ist jedoch nicht geläufig. Zu finden ist die Begrifflichkeit der Aufmerksamkeitsprofile teilweise in den Bereichen Aufmerksamkeitsökonomie, Werbung und Webanalysen sowie Social Media, nicht jedoch in den Bereichen Arbeitsorganisation, Gesundheitsökonomie oder Neuroleadership.

Diese Arbeit soll daher eine erste Annäherung an das Thema Aufmerksamkeitsprofile darstellen und den Begriff aus neurowissenschaftlicher Perspektive näher beschreiben.

Folgende Definition dient dem Verständnis und der wissenschaftlichen Grundlage für die aufgeführten Studienergebnisse im weiteren Verlauf der Arbeit:

Unter einem Aufmerksamkeitsprofil versteht man die Darstellung einer Anordnung von Gehirnaktivitäten (Gehirnwellen) gemäß der Stärke (Frequenzbereiche) innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und bei einer bestimmten Belastungssituation (Bedingung).

Ebenso wenig, wie der Begriff „Aufmerksamkeitsprofil“ in der deutschsprachigen Literatur vorzufinden ist, gibt es Ausführungen zur Klassifizierung von Aufmerksamkeitsprofilen bzw. zur Aussagekraft solcher Profile.

Diese Arbeit schafft für dieses Forschungsgebiet eine erste Grundlage und füllt den Begriff „Aufmerksamkeitsprofile“ inhaltlich, indem neben den theoretischen Grundlagen auch praktische Forschungsergebnisse in die Ausarbeitungen einfließen. Hierbei sollen die Forschungserkenntnisse eine fundierte Grundlage für die ausarbeiteten Modelle und erste Hinweise für den betriebswirtschaftlichen Einsatz bieten.

Zur Messung der Aufmerksamkeitszustände und der Hirnaktivitäten der Probanden wurde für die empirische Studie ein EEG genutzt.

Das EEG ist das einzige physiologische Signal, dass kleinste Verschiebungen der Aufmerksamkeit exakt und sekundengenau wiedergeben kann. Studien in Laboren, Simulationen und im betrieblichen Umfeld konnten bereits signifikante Zusammenhänge zwischen kognitiven Zuständen und Leistungsfähigkeit aufzeigen. [1]

Die Erstellung von Aufmerksamkeitsprofilen erfolgt im Rahmen dieser Studie durch die Zuhilfenahme von Hüllkurven, die eine bildliche Darstellung der Aktiviertheit[2] verschiedener Frequenzbereiche während einer Aufgabe ermöglichen.

  • [1] Vgl. Berka et al., EEG Correlates of Task Engagement and Mental Workload in Vigilance, Learning, and Memory Tasks, 2007, S. 1.
  • [2] Bereitschaft des zentralen Nervensystems zur Leistungsbereitschaft.
 
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