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3.3 Aufmerksamkeitsprofile als Hüllkurvendarstellung

Die mittels Fast-Fourier-Transformation umgewandelten EEG-Daten können bildlich durch sogenannte Hüllkurven dargestellt werden. Hüllkurven verdeutlichen das mittlere Leistungsspektrum von definierten Frequenzbereichen innerhalb eines Intervalls.

Diese in Linienoder Balkenform dargestellten Hüllkurven zeigen optisch, welche Frequenzbereiche bei einem Probanden während der jeweils vorliegenden Anforderung bzw. Bedingung durchschnittlich dominant waren.

Zur Erstellung der Aufmerksamkeitsprofile wurde die Annahme zu Grunde gelegt, dass es innerhalb der untersuchten Gruppe von Studenten und jungen Berufseinsteigern deutliche Unterschiede bei der Fähigkeit zur Steigerung, Aufrechterhaltung und Reduzierung von Aufmerksamkeiten gibt. Es wurde vermutet, dass sich alle EEG-Aufzeichnungen sichtbar voneinander unterscheiden werden, es aber auch gemeinsame Tendenzen hinsichtlich der EEGAuswertungen bei verschiedenen Probanden gibt. Für diese gemeinsamen Tendenzen sollen bei der Erstellung der Aufmerksamkeitsprofile Hüllkurven gebildet werden, innerhalb derer sich die Tendenzen möglichst homogen darstellen, die sich jedoch auch signifikant von den weiteren Hüllkurven unterscheiden.

Um ein verständliches und übersichtliches Ergebnis zu erreichen, welches für weitere Untersuchungen eine handhabbare Arbeitsgrundlage darstellen kann, wurde davon ausgegangen, dass sich nicht mehr als fünf signifikante Aufmerksamkeitsprofile bilden lassen können.

Die Aufmerksamkeitsprofile werden anhand von Hüllkurven dargestellt werden, die optisch verständlich einen Ansatz bieten können, um Mitarbeiter nach typischen Aufmerksamkeitsstrukturen einzuordnen. Es wird hierbei die Annahme zu Grunde gelegt, dass sich diese ähnlichen Mitarbeitertypen, bei vergleichbaren Arbeitssituationen und -belastungen, hinsichtlich ihrer Aufmerksamkeitsvariabilität ähnlich verhalten.

Verschiedene Mitarbeitertypen könnten theoretisch in differenzierte Hüllkurven eingeordnet werden, wobei folgende fünf Beschreibungen diese Hüllkurven charakterisieren könnten:

- Dauerentspannte Aufmerksamkeit

- Wache Aufmerksamkeit

- Hauptsächlich entspannte Aufmerksamkeit

- Hauptsächlich angespannte Aufmerksamkeit

- Mischtyp

Abbildung 15 stellt bildlich eine theoretische Hüllkurve für den Mitarbeitertyp mit einer hauptsächlich angespannten Aufmerksamkeit dar. Bei Mitarbeitern mit diesem beispielhaften Aufmerksamkeitszustand besteht langfristig theoretisch die Gefahr der kognitiven Fehlbelastung.

Abbildung 15: Theoretische Darstellung einer Hüllkurve eines Mitarbeiters mit hauptsächlich angespannter Aufmerksamkeit

Quelle: Eigene Darstellung

 
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