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5.3 Ablauf der Messungen

Im Vorfeld der Messungen wurde mit den Probanden ein persönlicher Termin vereinbart, zu dem sich die Probanden im Studienraum einfinden sollten. Nach der Begrüßung, dem Dank für die Teilnahme und dem Ausschalten aller mobilen, elektrischen Geräte sowie der Frage nach der Einnahme von Medikamenten oder koffeinhaltigen Getränken, erfolgten die Schritte wie in 5.3.1 bis 5.3.5 im Folgenden beschrieben.

Koffeinhaltige Getränke und Medikamente (insbesondere Psychopharmaka) können das EEG des Probanden beeinflussen und insbesondere Koffein die Hirnrindentätigkeit anregen [1] , weshalb die Probanden nicht unter dem Einfluss solcher Substanzen stehen sollten.

Abbildung 18 macht beispielhaft den Unterschied einer EEG-Aufzeichnung, einer Person unter dem Einfluss von Koffein, bei ansonsten gleichen Bedingungen, deutlich. Zustand a) zeigt ein passives EEG (Ruhe, bequeme Rückenlage, geschlossene Augen) einer 16jährigen Frau. Hierbei sind hohe Alpha-Wellen deutlich zu erkennen. Nachdem die junge Frau zwei Tassen starken Kaffee getrunken hatte, zeigte das EEG 30 Minuten nach der Einnahme des Kaffees, die in b) dargestellten Rhythmen, die fast ausschließlich aus Beta-Wellen bestanden.

Abbildung 18: Einfluss von Koffein auf das EEG

Quelle: Entnommen aus Berger, H. (1938, S.77)

Es wird hierbei deutlich, dass für das Hirn anregende Substanzen, wie z.B. Koffein, eine EEG-Aufzeichnung dahingehend beeinflussen können, dass die Interpretation des Zustandes des Probanden vollkommen anders ausfallen kann.

5.3.1 Datenschutzrechtliche Erklärungen

Zu Beginn der einzelnen Messungen wurden den Probanden eine Erklärung zum Datenschutz und eine Einwilligungserklärung in schriftlicher Form vorgelegt (Kapitel 0). Wenn die Probanden bereit waren, unter den datenschutzrechtlichen Bedingungen, an der Studie teilzunehmen, wurde Sie gebeten, dies durch Ihre Unterschrift zu bestätigen.

5.3.2 Einweisung in den Ablauf

Nach der Unterzeichnung der Einwilligungserklärung erfolgte eine kurze Einweisung in den Ablauf der Messungen.

Folgende festgelegte Informationen wurden den Probanden sinngemäß mitgeteilt:

„Die Studie setzt sich aus vier Teilen zusammen. Zunächst erfolgt eine kurze Einweisung in die Messung, während wir Ihnen gemeinsam diese Elektrodenhaube anlegen. Danach wird die eigentliche Messung durchgeführt, die ca. 15 Minuten dauern wird. Direkt im Anschluss erfolgt eine kurze mündliche Befragung und zum Schluss ein einfacher schriftlicher Persönlichkeitstest.“

Während die Probanden anschließend die Elektrodenhaube, gemäß dem 1020-System aufgesetzt bekamen, erhielten sie folgende sinngemäße Hinweise zum Verhalten während der Messung:

„Bitte richten Sie während der nun folgenden Messung Ihren Blick auf diesen Monitor. Hier erscheint während der nächsten 15 Minuten eine Präsentation mit verschiedene Aufgaben und Anweisungen. Lesen Sie die Texte aufmerksam und befolgen Sie die Anweisungen. Die gesamte Messung erfolgt, ohne dass wir miteinander sprechen müssen. Ich sitze während der Messung schräg links hinter Ihnen und gebe Ihnen nach 15 Minuten einen Hinweis, wenn die Messung beendet ist.

Bitte bleiben Sie während der gesamten Messung möglichst ruhig sitzen und versuchen Sie jede Bewegung zu vermeiden. Jede Bewegung oder Muskelanspannung, insbesondere im Bereich des Kopfes, führt zu Ausschlägen auf der EEG-Anzeige, den sogenannten Muskelartefakten, die wir möglichst vermeiden wollen, da sie die Auswertung erschweren. Stirnrunzeln, leises Mitsprechen, Zähne aufeinander beißen, Husten oder Kopfdrehen führt zu starken Artefakten, die vermieden werden sollen.“

Während der Erläuterungen wurde den Probanden die Ansicht auf dem Monitor gezeigt, die der Studienleiter während der Messung betrachtet und anhand verschiedener Beispiele („auf die Zähne beißen“ und „starkes Augenblinzeln“) optisch erläutert, wie sich Muskelartefakte auf die dargestellten EEG-Wellen auswirken.

Die Einweisung und das Anlegen der Elektrodenhaube dauerten ca. 10 Minuten.

  • [1] Vgl. Berger, H., Das Elektrenkephalogramm des Menschen, 1938, S. 76.
 
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