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6 Statistische Datenauswertung

Die Auswertung und Beurteilung der EEG-Messergebnisse erfolgte durch Unterstützung von Herrn Dr. phil. Axel Kowalski, der als Diplom-Psychologe und Neurofeedback-Trainer auch bei der Ausgestaltung des Studiendesigns beratend tätig war.

6.1 Aufgaben innerhalb der Präsentation

Die während der EEG-Aufzeichnung laufende PowerPoint-Präsentation, wies die Probanden an, sich mit vorgegebenen Aufgaben (Bedingungen[1]) zu befassen. Alle Aufgaben hatten eine Länge von zwei Minuten. Die Reihenfolge der Aufgaben stellte sich wie folgt dar:

1. Fixationskreuz betrachten

2. Augen geschlossen halten bis Signalton ertönt

3. Rechenaufgabe (Subtrahieren)

4. Lesen (zweiseitiger Text)

5. Fixationskreuz betrachten

6. Augen geschlossen halten bis Signalton ertönt

Vor allen Aufgaben erhielten die Probanden auf einer separaten Folie genaue Anweisungen, was sie bei der nächsten Aufgabe zu tun haben. Bei den Aufgaben 3 und 4 wurde zudem darauf hingewiesen, dass im Anschluss an die jeweilige Aufgaben ein Ergebnis zu merken ist.

Bei Aufgabe 3 waren die Probanden aufgefordert, ausgehend von der Zahl 1000 in Siebener Schritten abwärts zu rechnen bzw. innerhalb von zwei Minuten so oft wie möglich die Zahl 7 von der Startzahl 1000 zu subtrahieren (siehe Abbildung 22).

Abbildung 22: Aufgabe "Rechnen" während EEG-Messung

Quelle: Eigene Darstellung

Nach zwei Minuten wurden die Probanden aufgefordert, sich die errechnete Zahl bis zum Ende der Messungen zu merken.

Insgesamt 45,98 % der Probanden nannten bei der Abfrage der Ergebnisse ein richtiges bzw. mögliches Ergebnis. Das beste (kleinste) richtige Ergebnis betrug 545 (insgesamt 65-mal die Zahl 7 von 1000 subtrahiert) und das höchste richtige Ergebnis lautete 951 (insgesamt 7-mal die Zahl 7 von 1000 subtrahiert). Im Durchschnitt lag das richtige Ergebnis bei 818 (insgesamt 26-mal die Zahl 7 von 1000 subtrahiert).

Bei Aufgabe 4 erhielten die Probanden die Anweisung, einen Text über zwei Seiten (Wechsel der Seiten nach exakt einer Minute) aufmerksam zu lesen und sich möglichst viele Informationen zu merken.

Der Text (Abbildung 23 zeigt die erste Seite) handelt von der Hochschule BonnRhein-Sieg und wurde der Internetseite der Hochschule entnommen. [2]

Abbildung 23: Aufgabe "Lesen" während der EEG-Messung

Quelle: Eigene Darstellung

Der Text berichtet u.a. über Angaben zu der Entwicklung der Hochschule und beinhaltete insgesamt 16 blaue Buchstaben die willkürlich im Text verteilt wurden und sollte für die Probanden einen zusätzlichen im Vorfeld nicht erklärten Reiz darstellen.

Die Fragen im Anschluss an die Leseaufgabe lauteten:

1. Wann wurde die Hochschule gegründet?

2. Wie viele blaue Buchstaben waren im Text zu finden?

Die richtige Antwort auf die erste Frage lautet 1995. Diese Lösung wurde von insgesamt 60,47 % der Probanden genannt. 34,88 % der Probanden nannten ein falsches Jahr (1948 bis 2004) oder konnten kein Jahr (4,65 %) nennen.

Die richtige Antwort auf die zweite Frage lautete 16 (blaue Buchstaben). Die Frage wurde insgesamt von 3,49 % der Probanden richtig beantwortet. Anzumerken ist hierbei jedoch, dass alle Probanden angaben, die blauen Buchstaben nicht gezählt zu haben. Dies galt auch für die Probanden die richtig antworteten. Die geschätzten Antworten beinhalteten Werte von 0 bis 50. Der Mittelwert der Antworten lag bei 18,8 blauen Buchstaben.

Viele der Probanden gaben zusätzlich zu ihrer Antwort den Hinweis, dass sie sich zwar Gedanken zu den blauen Buchstaben gemacht hätten, aber nicht auf die Idee gekommen seien, diese zu zählen. Die meisten dieser Probanden gaben an, versucht zu haben, aus den blauen Buchstaben Wörter zu bilden.

  • [1] Im Rahmen der Auswertung der EEG-Daten wird anstatt von „Aufgaben“ von „Bedingungen“ gesprochen.
  • [2] Internetseite der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: hochschule-bonn-rheinsieg.de/wir_ueber_uns.html
 
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