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6.2.2 Varianzanalyse

Zur Überprüfung der Mittelwerts-Unterschiede der einzelnen Frequenzbereiche an den verschiedenen Elektroden im Gruppenvergleich, wurden für die Bedingung „Rechnen“ einfaktorielle Varianzanalysen durchgeführt. Bei einem Signifikanzniveau von p<0,05 kann davon ausgegangen werden, dass sich die Mittelwerte der beiden Gruppen an folgenden Frequenzen und Elektroden signifikant unterscheiden:

• P3_Theta

• P3_Alpha2

• Pz_Theta (Siehe Abbildung 26)

• Pz_Alpha1

• Pz_Alpha2

• Pz_Beta

• P4_Theta

• P4_Alpha1

• P4_Alpha2

Abbildung 26: Beispielhafte Darstellung des Ergebnisses der Varianzanalyse an Pz_Theta Unterschied der Mittelwerte für den Frequenzbereich Theta im Vergleich der Gruppen 0 (falsches Ergebnis) und 1 (richtiges Ergebnis)

Quelle: Eigene Darstellung

Da an Pz über alle Frequenzbereiche ein signifikantes Ergebnis festgestellt werden konnte, wurden für die weitere Analyse vor allem die Werte an dieser Elektrode betrachtet.

Bei der Analyse der Mittelwerte aller vier Frequenzstärken an Pz bei den beiden Gruppen konnte beobachtet werden, dass in allen vier Frequenzbereichen die Werte bei Gruppe 1 höher ausgefallen sind als bei Gruppe 0 (siehe Abbildung 27). Die Signifikanzberechnung der Messwerte zwischen den beiden Gruppen ergibt signifikante Werte in allen Frequenzbereichen (siehe Ergebnisse in Abbildung 28).

Die höheren Beta-Werte treten dann auf, wenn die Probanden die Aufgabe analysieren und den Inhalt bzw. die Anforderung versuchen zu verstehen. Ein höheres Alpha1 und Alpha2 lassen vermuten, dass die Probanden der Gruppe 1 besser in der Lage waren, sich während der Aufgabe von äußeren Bedingungen gedanklich abzuschotten und eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Aufgabe zu generieren. Die höheren Theta-Werte lassen den Schluss zu, dass die Probanden der Gruppe 1 durchschnittlich einen effektiveren Zugriff auf ihr erlerntes Wissen während der Aufgabenbearbeitung hatten.

Es lässt sich anhand dieser Messergebnisse feststellen, dass insgesamt höhere Werte über alle Frequenzbereiche tendenziell eine höhere Leistungsfähigkeit vermuten lassen. Hierbei ist jedoch die Variabilität der Frequenzbereiche je nach Anforderung von Bedeutung. Während dem Erlangen des Aufgabenverständnisses sollten die Beta-Werte stärker ansteigen können, während hingegen bei der Lösung bzw. kognitiven Bearbeitung der Aufgabe die Theta-Werte zunehmen und die Beta-Werte abnehmen sollten. Höhere Alpha-Werte helfen den Probanden eine breite Aufmerksamkeit vor der Aufgabe und eine konzentrierte Aufmerksamkeit während der Aufgabenbearbeitung herzustellen.

Abbildung 27: Mittelwertvergleich von Gruppe 0 und 1 an Pz

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 28: Signifikanzberechnung der Messwerte zwischen den Gruppen 0 und 1 an Pz über alle Frequenzbereiche durch einfaktorielle Varianzanalyse

Quelle: Eigene Darstellung

 
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