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6.3 Hüllkurven

Zur Erstellung der Hüllkurven wurden die EEG-Werte aller 63 Probanden an der Elektroden Pz genutzt. Es wurden Hüllkurven für die mittleren vier Bedingungen erstellt. Die Nichtberücksichtigung der Bedingungen 1 und 6 sollte ausreißende Daten an den Rändern der Messung bei der Auswertung ausschließen und war durch die Doppelungen der Bedingungen (1 und 5 = Fixationskreuz; 2 und 6 = Closed-Eyes) ohne inhaltlichen Datenverlust möglich.

Zur Veranschaulichung der Vorgehensweise werden im Folgenden die Abbildungen für die Bedingung 2 „Closed-Eyes“ im Einzelnen dargestellt. Die Umwandlungen der Daten in die Hüllkurven für die weiteren Bedingungen werden anschließend als Übersicht abgebildet.

Für die bildliche Darstellung der Hüllkurven wurde zunächst ein Liniendiagramm mit allen Probandendaten (Abbildung 29) erstellt. Die Probandendaten entstanden durch die Mittelwerte der Frequenzwerte bzw. das sogenannte Leistungsspektrum während einer Bedingung.

Abbildung 29: Liniendiagramm mit allen Hüllkurven der Bedingung 2 "Closed-Eyes"

Quelle: Eigene Darstellung

Ausgehend von diesem Liniendiagramm wurden die Datensätze mit ähnlichem Verlaufsmuster zu möglichst homogenen Gruppen geordnet. Aus den Daten dieser Gruppen wurden in einem zweiten Schritt erneut Liniendiagramme (Abbildung 30) erstellt, innerhalb derer nun alle Kurven eine ähnliche Verlaufsstruktur aufweisen.

Abbildung 30: Liniendiagramm mit sortierten Hüllkurven der Bedingung 2 "Closed-Eyes"

Quelle: Eigene Darstellung

Im letzten Schritt wurden die Mittelwerte der drei Gruppen mit ähnlicher Verlaufsstruktur ermittelt und als Hüllkurven in Form von Balkendiagrammen (Abbildung 31) gezeichnet. Zu beachten ist, dass bei diesem Schritt die Skalierung der Achse mit den Werten des Leistungsspektrums zur besseren Anschaulichkeit etwas verkleinert wurde.

Abbildung 31: Hüllkurven-Darstellung zur Bedingung 2 "Closed-Eyes"

Quelle: Eigene Darstellung

Es ist deutlich erkennbar, dass bei der oberen Hüllkurve der Alpha1-Bereich im Durchschnitt dominierend war, während die Probanden dieser Gruppe die Augen geschlossen hatten. Bei Gruppe 2 (mittlere Hüllkurve) hingegen war der Frequenzbereich Alpha2 im Mittelwert am stärksten ausgeprägt. Gruppe 3 (untere Hüllkurve) zeigte keine eindeutige Dominanz eines Frequenzbereiches, vielmehr sind höhere Werte über den gesamten Alpha-Bereich festzustellen sowie auch verhältnismäßig erhöhte Werte im Theta- und Beta-Bereich.

Die Hüllkurven-Darstellung bei den Bedingungen 3 bis 5 zeigen deutlich abweichende Hüllkurven im Vergleich zu Bedingung 2. Anzumerken ist jedoch, dass die Hüllkurven der Bedingungen 3 bis 5 teilweise nur aus einer sehr geringen Anzahl an Datensätzen entstanden sind. Bei drei der Hüllkurven konnten nur zwischen drei und fünf Datensätze mit ähnlichem Verlauf ermittelt werden, wodurch keine signifikant unterschiedlichen Verlaufsmuster zu beweisen sind.

Folglich lassen sich zunächst nur aus den entwickelten Hüllkurven der Bedingung 2 „Closed-Eyes“ signifikante Aufmerksamkeitsprofile bilden. Die Aufgabe „Closed-Eyes“ ist durch die physiologische Bedingung der geschlossenen Augen klassischerweise deutlich trennschärfer von Aufgaben mit offenen Augen abzugrenzen.

Die Aufmerksamkeitsprofile lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Typ A1

Entspannte Aufmerksamkeit

Überwiegend hohes Alpha1

Typ A2

Breite Aufmerksamkeit

Überwiegend hohes Alpha2

Typ A3

Mischtyp

Überwiegend hohes Alpha1+2

Abbildung 32: Entwicklung der Hüllkurven-Darstellung zur Bedingung 3 "Rechnen"

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 33: Entwicklung der Hüllkurven-Darstellung zur Bedingung 4 "Lesen"

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 34: Entwicklung der Hüllkurven-Darstellung zur Bedingung 5 "Fixationskreuz"

Quelle: Eigene Darstellung

 
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