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Vorstellungen zu den Zielen des Wirtschaftsunterrichts (vgl. Kapitel 6.3)

Die Vorstellungen der Wirtschaftslehrpersonen zu den Zielen des Wirtschaftsunterrichts ließen sich in Vorstellungen zu fachlichen und fächerübergreifenden Zielen unterscheiden, wobei die Vermittlung von fachlich domänenspezifischer Kompetenz für die Lehrpersonen im Wirtschaftsunterricht im Vordergrund stand. Die fachlichen Ziele lassen sich drei Kompetenzbereichen zuordnen, wobei „ökonomisches Fachwissen“ und „ökonomische Handlungskompetenz“ dominierten und „ökonomische Urteilskompetenz“ nur nachrangig für wichtig erachtet wurde. Zentrales Ziel ökonomischer Bildung ist nach Ansicht der Lehrpersonen die Vermittlung einer ökonomischen Allgemeinbildung, eines Grundverständnisses wirtschaftlicher Zusammenhänge, welches auch als grundlegende Orientierung im Bereich Wirtschaft beschrieben wurde (ökonomisches Fachwissen). Der Wirtschaftsunterricht solle die Lernenden außerdem auf die Bewältigung zukünftiger ökonomischer Lebenssituationen vorbereiten und hierfür qualifizieren (ökonomische Handlungskompetenz). Die Lehrpersonen äußerten in diesem Zusammenhang auch die Vorstellung, dass der Wirtschaftsunterricht die Lernenden auch zur Auseinandersetzung mit ökonomischen Sachverhalten motivieren solle. Diese Vorstellungen wurden von nahezu allen Lehrpersonen des Samples geteilt und können als shared beliefs bezeichnet werden. Deutlich wurde außerdem, dass die Lehrpersonen Mündigkeit als übergeordnete Leitidee ökonomischer Bildung teilen. Individuelle und gemeinschaftliche Gestaltungsfähigkeit und -verantwortung wurden auch von den Lehrpersonen hervorgehoben.

Innerhalb der ökonomischen Lebenssituationen dominierte in den Vorstellungen die Arbeitswelt als Zielperspektive ökonomischer Bildung, nahezu unberücksichtigt bleiben hingegen unternehmerische Lebenssituationen. Deutlich wurde, dass diese Perspektive den Lehrpersonen deutlich weniger intuitiv ist. Möglicherweise ist dies dadurch bedingt, dass sie diese im Vergleich zu den anderen Rollen selbst in der Regel nicht erfahren haben. Im Gegensatz zu den beiden anderen fachlichen Zielen spielte die Urteilskompetenz nur eine untergeordnete Rolle. In der Vorstellung, Schülerinnen und Schüler sollten insbesondere in ökonomischen Kontexten und gegenüber ökonomischen Akteuren wachsam sein, deutete sich eine gewisse ökonomiekritische Einstellung bzw. Distanz einiger Lehrpersonen gegenüber Ökonomie und wirtschaftlichen Akteuren an.

 
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