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Kapitel 1 Völkerrechtsökonomik und Rechtsökonomik

I am content to think of law as a

social institution to satisfy social wants .... (Roscoe Pound, 1922, S. 99)

Economics is the study of how human beings coordinate their wants and desires .... (David Colander, 2009, S. 4, H.i.O.)

1.1. Aufbau der vorliegenden Arbeit

In der vorliegenden Arbeit werden zwei übergeordnete Ziele verfolgt. Als erstes soll die Entwicklung des Erkenntnisfortschritts im Bereich der ökonomischen Analyse des Völkerrechts systematisch dargestellt werden. Auf diese Weise sollen mögli- che methodische und inhaltliche Defizite identifiziert und somit Impulse für die zu- künftige Forschung gegeben werden. Dieser wichtigen Aufgabe widmet sich Teil I (Kapitel 2 bis 4). In Kapitel 2 werden die Grundlagen für das Verständnis der öko- nomischen Analyse des Völkerrechts gelegt. Dazu muss zum einen der in der vor- liegenden Arbeit genutzte Begriff des Völkerrechts abgegrenzt und zum anderen die Methodik der ökonomischen Analyse betrachtet werden. Die Darstellung der bishe- rigen Forschung zur ökonomischen Analyse des Völkerrechts findet sich in Kapitel

3. In Kapitel 4 werden die möglichen Implikationen, die sich aus der systematischen Darstellung der bisherigen Forschungen für die weitergehende Forschung ergeben, diskutiert.

Das zweite Ziel der vorliegenden Arbeit liegt darin, aufbauend auf dem Fazit von Teil I, die Möglichkeiten der ökonomischen Analyse des Völkerrechts anhand ei- ner Anwendung auf ein ausgewähltes völkerrechtliches Regime aufzuzeigen. Dazu wird in den Teilen II und III ein Teilbereich des internationalen öffentlichen Luft- rechts analysiert. Teil II (Kapitel 5 bis 9) widmet sich aus theoretischer Perspektive dem Zusammenspiel von unpräzisen Normen und strategischem Staatsverhalten im internationalen System. Um zu verdeutlichen, wie Staaten systematisch Unklarhei- ten und Mehrdeutigkeiten in der Völkerrechtsordnung strategisch ausnutzen, wird das Konzept der Luftwaffendiplomatie weiterentwickelt. Dabei wird der Gedanke verfolgt, dass Staaten ihre eigenen Luftwaffen in Friedenszeiten systematisch zu außenpolitischen Zwecken einsetzen. Kapitel 5 stellt das diesen Überlegungen zu- grundeliegende bestehende spezifische Völkerrecht dar und erläutert die Anreiz- struktur, der die Staaten ausgesetzt sind. Die praktische Relevanz der analysierten Problematik wird in Kapitel 6 dargelegt, in dem verschiedene Fallstudien diskutiert werden. In Kapitel 7 wird ein spieltheoretisches Modell entwickelt, das das beob- achtbare Verhalten der Staaten auf ein strategisch-interdependentes Kosten-Nutzen- Kalkül zurückführt. Dabei wird der (außen-) politische Einsatz von Luftstreitkräf- ten als Signalisierung von Konfliktbereitschaft interpretiert. Dieses Modell wird in Kapitel 8 für die Analyse zwischenstaatlicher Konflikte um die Ausdehnung von Einflussgebieten erweitert. Auf Grundlage dieses Modells können weitergehende Aussagen über die Auswirkungen der Signalisierung gemacht werden. Teil II wird mit einem Fazit in Kapitel 9 abgeschlossen.

In Teil III (Kapitel 10 bis 12) wird die praktische Relevanz der in Teil II model- lierten Luftwaffendiplomatie diskutiert. Im Mittelpunkt dieses Teils steht der grie- chisch-türkische Konflikt in der Ägäis. Zur Einführung werden in Kapitel 10 die für die vorliegende Arbeit relevanten Punkte näher erläutert. Anschließend werden in Kapitel 11 die in Teil II erlangten modelltheoretischen Erkenntnisse empirisch ana- lysiert. Dazu werden Daten des griechischen Generalstabs genutzt. Der dritte Teil wird abgeschlossen durch ein Fazit in Kapitel 12, in dem die Implikationen der Syn- these der völkerrechtlichen Gegebenheiten, der modelltheoretischen Überlegungen und der aufgezeigten empirischen Entwicklungen diskutiert werden.

Den Abschluss der Arbeit bildet ein Gesamtfazit in Kapitel 13. Dort werden die gewonnenen Erkenntnisse der drei vorherigen Teile zusammengeführt und mögliche Implikationen für die zukünftige Forschung und für die Politik aufgezeigt.

Um sich nun in einem ersten Schritt der ökonomischen Analyse des Völkerrechts zu nähern, werden im Folgenden als Einführung kurz der Hintergrund und die Ent- wicklung der ökonomischen Analyse des Rechts dargestellt.

 
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