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1.2 Gestaltungsmerkmale

Innovationswettbewerbe sind mittlerweile sehr verbreitet und werden in verschiedenen Branchen eingesetzt. Innovationswettbewerbe werden immer wieder speziellen Anforderungen angepasst. Mittlerweile ist eine hohe Anzahl verschiedener Innovationswettbewerbe im Internet zu finden. Daher ist eine systematische Einteilung der Innovationswettbewerbe nach Kategorien und Gestaltungsmerkmalen unerlässlich.

Verschiedene Studien identifizieren relevante Gestaltungsmerkmale von Innovationswettbewerben, wie die Art des Organisators, die Laufzeit, die Gewinne, das Themengebiet und die Zielgruppe. Tabelle 1.1 zeigt einen Überblick von zehn

Tab. 1.1 Wesentliche Gestaltungsparameter von Innovationswettbewerben. (Vgl. Haller et al. (2009); Möslein et al. (2010), S. 4.)

Gestaltungsmerkmal

Auspragung

Medium

Online

Gemischt

Offline

Organisator

Unternehmen

Offentliche Organisation

Gemeinntitzig

Individuum

Aufgabenspezifitat

Niedrig (offene Aufgabe)

Definiert

Hoch (konkrete Aufgabe)

Ausarbeitungsgrad

Idee

Skizze

Konzept

Prototyp

Losung

Zielgruppe

Spezifisch

Unspezifisch

Teilnahme als

Individuum

Team

Beides

Laufzeit

Sehr kurz

Kurz

Lang

Sehr lang

Art des Gewinnes

Monetar

Nicht-monetar

Gemischt

Communityfunktionalitaten

Vorhanden

Nicht vorhanden

Evaluation

Jurybewertung

PeerBewertung

Selbsteinschatzung

Offentlich

Gemischt

wesentlichen Gestaltungsmerkmalen, die in einer systematischen Analyse von Literatur und von Felddaten ermittelt wurden.

Ein Gestaltungsparameter ist das Medium, über welches der Wettbewerb durch-geführt wird. Dies kann sein online, gemischt oder offline. Mit Offline-Wettbewerben sind Wettbewerbe gemeint, die nicht durch die vernetzende Wirkung von Computern unterstützt werden und daher die Teilnehmer ihre Ausarbeitungen zum Beispiel per Post einsenden oder persönlich vortragen. Ein gemischter Wettbewerb kann zum Beispiel eine Online-Vorauswahl haben und dann die Besten dieser ersten Wettbewerbsphase zu einem Finale an einen gemeinsamen Austragungsort einladen.

Diese gemischten Wettbewerbe werden in dieser Arbeit mit berücksichtigt und analysiert. Ein Beispiel für einen gemischten Innovationswettbewerb ist der Wettbewerb challengefuture, der die Vorrunden online organisiert und die Finalisten zu einer Veranstaltung zur Präsentation der Ausarbeitungen einlädt.

Ein weiteres Gestaltungsmerkmal ist die Art des Organisators. Es kann ein Unternehmen sein, eine öffentliche oder gemeinnützige Organisation oder eine einzelne Person, die den Wettbewerb organisiert und ausschreibt.

Ein nächstes Unterscheidungsmerkmal von Innovationswettbewerben sind die Aufgabenbeschreibung und die damit verbundenen Aufgabenspezifität. Die Aufgabe kann sehr offen gefasst sein, sie kann klar definiert sein, aber sie kann auch sehr spezifisch, mit einem hohen fachlichen Detailgrad formuliert sein. Letztere ist meist nur an Fachleute adressiert.

Ein weiteres Gestaltungsmerkmal ist der Ausarbeitungsgrad. Zu unterscheiden sind hier Ideen, Skizzen, Konzepte, Prototypen und Lösungen. Der Ausarbeitungsgrad beschreibt die erforderliche Breite und Tiefe der Einsendung. Es können kurze textliche Beschreibungen einer Idee, oder Skizzen eines Designs oder einer Konstruktion sein. Besser ausgearbeitet sind Konzepte, welche die für eine Implementierung wichtigen Merkmale beschreiben. Ein Prototyp ist ein erstes Entwurfsmuster, um zu zeigen, dass ein Konzept funktioniert, während eine Lösung eine voll funktionsfähige Ausarbeitung darstellt. Der Aufwand für die Teilnehmer steigt in der Regel mit dem Ausarbeitungsgrad.

Auch, ob die Zielgruppe spezifiziert ist oder nicht, ist ein bewusstes Gestaltungsmerkmal. Gilt der Wettbewerb zum Beispiel nur für deutschsprachige Studenten oder werden Teilnehmer aus aller Welt angesprochen? Unterscheidungen bezüglich der Zielgruppe können auf Basis expliziter Definitionen gemacht werden und so zwischen festgelegter und nicht festgelegter Zielgruppe unterschieden werden. Während einige Innovationswettbewerbe eindeutig ein Mindestalter für die Teilnahme, eine bestimmte Herkunft oder Wohnort oder eine erforderlichen Ausbildungsgrad vorschreiben, sind andere vollkommen unspezifisch und daher offen für jeden. Ebner unterscheidet bei der Zielgruppe zwischen der Allgemeinheit, Mitarbeiter von Organisationen und Personen in Aus- und Weiterbildung. Ein weiterer Ansatz von Hallerstede et al. zielt auf das Wissen, welches gebraucht wird, um eine Aufgabe in Innovationswettbewerben zu lösen.

Der Organisator entscheidet auch, ob Einzelne oder Teams teilnehmen können (Teilnahme). Dies macht oft auch einen wesentlichen Unterschied für den Ablauf eines Wettbewerbs. Auch bezüglich der Urheberrechte von Ideen gibt es dann Unterschiede.

Ein weiteres Merkmal ist die Länge des Wettbewerbszeitraums (Laufzeit). Es wird von sehr kurz bis sehr lang unterschieden. Dies hat einen wesentlichen Einfluss auf die Zeit, die die einzelnen Teilnehmer auf die Ausarbeitung verwenden können.

Für diese Abhandlung ist vor allem das Gestaltungsmerkmal der Belohnung bzw. des Anreizsystems relevant (Art des Gewinnes). Grundsätzlich unterscheidet man monetär, nicht-monetär und gemischt.

Der Organisator eines Wettbewerbs muss auch entscheiden, ob er CommunityFunktionalitäten anbietet. Dies gilt vor allem für die Online-Wettbewerbe.

Die Auswertung der Einsendungen (Evaluation) ist ebenfalls zu definieren. Es bestehen die Optionen, eine Jury damit zu beauftragen, eine gegenseitige Bewertung oder eine Selbstbewertung zu erlauben. Auch eine öffentliche Bewertung oder auch gemischte Formen sind möglich.

Die Gestaltungsmerkmale sind für den Organisator eines Innovationswettbewerbs wichtig. Für das Vorgehen zur Gestaltung von Innovationswettbewerben gibt es verschiedenen Empfehlungen. Eine davon wird im Folgenden kurz vorgestellt. Als Erstes wird die Klärung der Gesamtzielsetzung des Innovationswettbewerbs vorgeschlagen. Nachdem die Gesamtzielsetzung grundsätzlich geklärt ist, folgt die Gestaltung des Innovationswettbewerbs selbst. Dazu bietet Bays et al. eine aktuelle Prozessbeschreibung mit einigen Kernfragestellungen. Die Hauptschritte zur Gestaltung eines Innovationswettbewerbs sind:

• Definition der Zielgruppe mit ihren Qualifikationen,

• Herausarbeiten der Rechte der Teilnehmer (IPR, Rolle Sponsoren, …),

• Festlegung der Wettbewerbsregeln (Gewinnkriterien, Zeitablauf, Zusammen-

arbeit, …) und die

• Festlegung des Gewinns (Monetär, nicht-monetär, Anzahl, Wert, …).

Es ist grundsätzlich wichtig, dass im Rahmen der Organisation von Innovationswettbewerben die Gestaltungsmerkmale im Vorfeld festgelegt werden; denn es ist schwierig zum Beispiel die Wettbewerbsregeln während der Laufzeit zu verändern. Die Gestaltungsmerkmale müssen deshalb im Vorfeld möglichst präzise definiert werden. Aus der Definition und der Gestaltung von Innovationswettbewerben lassen sich verschiedene Grundtypen ableiten, die im weiteren Verlauf vorgestellt werden. Betrachten wir zuerst die Systematisierung von Innovationswettbwerben.

 
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