Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Sozialwissenschaften arrow Gesellschaftliches Engagement im Profifußball
< Zurück   INHALT   Weiter >

4 Anwendung des Bewertungsmodells im Profifußball

4.1 1. Bundesliga als Anwendungsobjekt

[1]

Das Bewertungsmodell soll auf die Fußballclubs der 1. Bundesliga angewandt werden. In der höchsten Spielklasse des deutschen Männerfußballs nehmen pro Saison 18 Fußballclubs teil. Aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um ein offenes Ligasystem handelt, ändert sich die Zusammensetzung der teilnehmenden Clubs in jeder Bundesligasaison um mindestens zwei Clubs[2]. Im Rahmen dieser Arbeit sollen nun die 18 teilnehmenden Clubs der Bundesligasaison 2011/2012 bewertet werden. So wird bei jedem Club analysiert, welche CC-Aktivitäten im Zeitraum vom 01.07.2011 bis 30.06.2012 umgesetzt wurden. Um jedoch ein möglichst aktuelles Bild des gesellschaftlichen Engagements der Bundesligisten zu liefern, wurden zudem die drei Bundesligaaufsteiger der Saison 2011/2012 mit in das Untersuchungsfeld aufgenommen. So können die Ergebnisse besser in die laufende Saison (2012/2013) projiziert

werden und bilden einen aktuellen Querschnittsbefund ab. Auf mögliche Asymmetrien wird in der späteren Analyse eingegangen.

Folgende 21 Clubs sind Gegenstand der Untersuchung:

• FC Augsburg • SpVgg Greuth. Fürth7 • 1. FSV Mainz 05

• Hertha BSC Berlin • Hamburger SV • Borussia M'gladbach

• SV Werder Bremen • Hannover 96 • FC Bayern München

• Borussia Dortmund • TSG Hoffenheim • 1. FC Nürnberg

• Fortuna Düsseldorf • 1. FC Kaiserslautern • FC Schalke 04

• Eintracht Frankfurt • 1. FC Köln • VfB Stuttgart

• SC Freiburg • Bayer Leverkusen • VfL Wolfsburg

Die Ergebnisse, die sich durch die Anwendung des Bewertungsmodells auf die 21 Clubs ergeben, werden sowohl in Form eines Rankings als auch durch Einzelbewertungsprofile dargestellt.

Im folgenden Kapitel soll die Vorgehensweise zur Anwendung des Modells auf die 21 Fußballclubs skizziert werden und anhand eines fiktiven Beispiels verdeutlicht werden.

4.2 Vorgehen und Anwendungsbeispiel

Um die Fußballclubs anhand des entwickelten Modells bewerten zu können, müssen in einem ersten Schritt Informationen über das gesellschaftliche Engagement der 21 Clubs gesammelt werden. Wie eingangs bereits erläutert, erfolgt dies über eine Primärdatenerhebung anhand der clubeigenen Internetseiten. Da Informationen zu den CC-Kriterien 'Organisationsform', 'Mitarbeiter' und 'Printmedien' häufig nicht öffentlich zugänglich sind, werden bei einigen Clubs ergänzend telefonische bzw. schriftliche Auskünfte eingeholt. Bezüglich der Datenerhebung ist an dieser Stelle anzumerken, dass Projekte wie KidsClubs oder Fußballschulen nicht erfasst werden. Obgleich zahlreiche Fußballclubs diese Aktivitäten unter ihren sozialen Engagements aufführen, gehören Projekte dieser Art nach Heine (2009, S. 72) mittlerweile fest zum Geschäftsbetrieb eines Profifußballclubs. Clubs verfolgen hiermit meist keine sozialen Interessen, zumal die Teilnahme bei nahezu allen Kids-Clubs kostenpflichtig ist und somit auch nicht für Jedermann zugänglich. Darüber hinaus werden CC-Maßnahmen, die im Zusammenhang mit den Bundesligastadien stehen wie beispielweise der Einsatz von Photovoltaikanlagen oder die Verwendung von Ökostrom bei der Datenerhebung nicht berücksichtigt. Grund hierfür ist die unterschiedliche Betriebsstruktur der 21 Stadien. So werden acht der Stadien nicht von den ansässigen Clubs sondern von städtischen Gesellschaften betrieben (vgl. Sponsors, 2012, S. 54) und etwaige stadionbezogene CCMaßnahmen werden daher nicht von den Clubs gesteuert. Im Sinne der besseren Vergleichbarkeit unter allen Clubs wurden demzufolge stadionbezogene CC-Maßnahmen bei der Datenerhebung nicht beachtet.

Nachdem die Daten unter Berücksichtigung der eben geschilderten Einschränkungen erfasst wurden, erfolgt die Bewertung der Kriterien. Die Bewertung der einzelnen Kriterien orientiert sich an den in Kapitel 3.2.4 definierten Merkmalsausprägungen (Abbildung 11). Eine Besonderheit besteht hinsichtlich des Kriteriums 'Anzahl der CC-Projekte'. Wie in Kapitel 3.2.4 bereits an einem Beispiel ausführlich erläutert, ist zur Bewertung dieses Kriteriums ein Vergleich innerhalb der entsprechenden Liga erforderlich. Hierzu wurde im Vorfeld der Bewertung erfasst, in wie vielen Projekten sich die einzelnen Bundesligaclubs engagieren. Das Ergebnis der Untersuchung der 1. Bundesliga und die resultierende Punkteverteilung für dieses Kriterium ist der nachfolgenden Abbildung 20 zu entnehmen.

Abbildung 20: Bewertung des Kriteriums 'Anzahl der CC-Projekte'

Im Anschluss an die Bewertung der einzelnen Kriterien, wird der CC-Index berechnet. Die Ergebnisse werden in einem Ranking und in Einzelbewertungsprofilen dargestellt.

Anhand eines fiktiven Beispiels soll nun die Vorgehensweise zur Anwendung des Bewertungsmodells demonstriert werden. Ziel ist hierbei, die Anwendung so transparent wie möglich zu gestalten, damit der Leser das Vorgehen bei allen 21 Bundesligaclubs nachvollziehen kann. In der nachfolgenden Abbildung 21 wird die Anwendung des Bewertungsmodells schrittweise dargestellt.

Kriterien

Merkmalsauspragung

Punkte

Wert

Organisationsform (01)

In Marketingabteilung

1

33%

Mitarbeiter (02)

2 Mftarbeiter

2

67%

Anzahlder Proiekte CCC1l

4 Proiekte

1•

33%

Themenvielfalt (CC2)

2 Themenbereiche

2

67%

Markendach (MK1l

Kein Markendach

0

0%

Komm.lnternetseite (k1)

Prasenz auf 2. Ebene

2

67%

Komm.Printmedie n (k2)

Printmedien (Flyer)

3

100%

Komm.SocialMedia (k3)

Keine Social Media-Aktivitaten

0

0%

Komm.weitere Kl (k4)

Keine weiteren Kl

0

0%

Projektbezog.Kriterien

Projekt A

Proje kt B

Projekt C

Projekt D

"1-Wert

Eigeninitiative (CC3)

100%

100%

100%

0%

75%

Gem.Organisation (CC4)

100%

100%

100%

100%

100%

SoonsorenICC5

0%

0%

0%

0%

0%

Kernkompetenzen (CC6)

100%

100%

0%

0%

50%

Testimonials (CC7}

100%

100%

0%

100%

75%

Langfristigkeit (CCB)

100%

100%

100%

100%

100%

3) Berechnung des Bewertungsmodells:

4) Darstellung der Ergebnisse:

Abbildung 21:Fiktives Anwendungsbei spiel

Nachdem nun die Vorgehensweise erläutert wurde, werden im nachfolgenden Kapitel die Ergebnisse präsentiert, die durch die Anwendung des Modells auf die 21 Bundesligaclubs resultieren.

  • [1] vgl. Keller & Waldvogel, 2014
  • [2] Je nach Ausgang der Relegationsspiele ist der Aufstieg eines dritten Clubs in die 1. Bundesliga möglich.
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften