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4.4 Ergebnisanalyse der 1. Bundesliga

In diesem Kapitel sollen die Ergebnisse der 21 Bundesligaclubs gesamtheitlich betrachtet und analysiert werden. Das CC-Bundesligaranking hat bereits gezeigt, welche qualitativen Unterschiede es innerhalb der Bundesliga gibt. Während die drei etablierten Bundesligaclubs SVW, HSV und VfL ein sehr vielseitiges Engagement verfolgen, dieses strukturiert ausgestalten und zudem sehr stark kommunikativ begleiten, zeigen Fortuna Düsseldorf, Greuther Fürth, TSG Hoffenheim und der FC Augsburg vergleichsweise wenig gesellschaftliches Engagement. Die Tatsache, dass diese Clubs noch nicht so lange in der

1. Bundesliga spielen[1], liefert einen möglichen Ansatzpunkt, um die qualitative Diskrepanz hinsichtlich des gesellschaftlichen Engagements zu erklären. Womöglich waren bei diesen Clubs weder finanzielle noch personelle Ressourcen verfügbar, um das Thema 'gesellschaftliches Engagement' gezielt auszugestalten. Um diese Aussage statistisch prüfen zu können, müssten jedoch weitere Daten über die Clubs erhoben werden. Dies soll in dieser Arbeit allerdings nicht weiter vertieft werden. So geht es nicht darum, die wirtschaftliche Situation mit dem gesellschaftlichen Engagement eines Clubs in Zusammenhang zu bringen. Die vorliegenden Daten sollen vielmehr dahingehend untersucht werden, inwiefern hinsichtlich des gesellschaftlichen Engagements clubübergreifende Optimierungspotenziale identifiziert werden können. Hierzu werden zunächst die drei CC-Kategorien und anschließend die einzelnen CC-Kriterien analysiert. Die Erkenntnisse aus diesen Analysen bilden schließlich die Grundlage, um in Kapitel 4.5 fundierte Handlungsempfehlungen abgeben zu können.

4.4.1 Corporate Citizenship-Kategorien

Um die Ergebnisse der Kategorien analysieren zu können, ist es hilfreich zu wissen, wie die einzelnen Clubs in den drei CC-Kategorien 'Organisation', 'CC-Projekte' und 'Marke & Kommunikation' abgeschnitten haben. Abbildung 32 zeigt die Ergebnisse dieser drei CC-Kategorien.

Abbildung 32: Ergebnisse der Bundesligaclubs in den drei Corporate CitizenshipKategorien

Die Darstellung der CC-Kategorien erfolgt in einem Koordinatensystem. Hierbei ist auf der Abszisse die Kategorie 'Organisation' und auf der Ordinate die

Kategorie 'Marke & Kommunikation' aufgetragen. Die Kategorie 'CC-Projekte' wird durch die Größe des Clublogos symbolisiert. Zudem wird links in der Abbildung 32 nochmals das Ranking tabellarisch dargestellt. Dies ist hilfreich, um sich das Gesamtergebnis des Rankings vor Augen zu führen und darüber hinaus soll es als Legende für die 21 Clublogos dienen.

Hinsichtlich der Kategorien 'Organisation' und 'Marke & Kommunikation' ist eine deutliche Clusterbildung erkennbar. Im Cluster A befinden sich die Clubs, die sowohl in der Kategorie 'Organisation' als auch in der Kategorie 'Marke & Kommunikation' einen niedrigen Wert aufweisen. Im Gegensatz dazu setzt sich das Cluster B aus Clubs zusammen, die in beiden Kategorien hohe Werte erzielt haben. Demzufolge ist eine Korrelation dieser beiden Kategorien feststellbar (Korrelationskoeffizient r²= 0,77). Dies bedeutet, dass Clubs mit ausreichend personellen und strukturellen Ressourcen bessere Ergebnisse in marken- und kommunikationsbezogenen Aspekten erzielen. Hieraus lässt sich ableiten, dass die Berücksichtigung der organisationsbezogenen Kriterien Einfluss auf die Erfüllung der Kriterien der Kategorie 'Marke & Kommunikation' hat.

Darüber hinaus finden sich in Cluster B tendenziell größere Clublogos wieder. Somit wurden in diesen Clubs bessere Ergebnisse in der Kategorie 'CCProjekte' erzielt als in den Clubs aus Cluster A. Auch dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass für die wirkungsvolle Ausgestaltung von CC-Projekten sowohl personelle als auch strukturelle Ressourcen förderlich sind.

Um nun Rückschlüsse ziehen zu können, inwiefern in den drei CC-Kategorien clubübergreifender Optimierungsbedarf besteht, bietet sich eine Analyse der durchschnittlich erzielten Werte an.

Organisation 62,7%

CC-Projekte 52,2%

Marke & Kommunikation 49,8%

Abbildung 33: Durchschnittswerte und Standardabweichung der Corporate Citizenship-Kategorien

Abbildung 33 zeigt in Form eines Balkendiagramms, dass clubübergreifend in allen drei Kategorien Optimierungsbedarf besteht. Hierbei sind vor allem die Kategorien 'CC-Projekte' sowie 'Marke & Kommunikation' zu erwähnen, in denen im Ligadurchschnitt nur etwa die Hälfte des Potenzials genutzt wird. Neben den durchschnittlich erzielten Werten fällt zudem auf, dass nur die Kategorie 'CC-Projekte' in der gesamten Liga eine ähnliche Bewertung erreicht und somit die Abweichung vom Mittelwert nicht zu stark ausfällt. Für die beiden anderen Kategorien zeigt sich durch die große Standardabweichung, dass es sehr große Unterschiede innerhalb der Ergebnisse der Bundesligisten gibt.

  • [1] Fortuna Düsseldorf und Greuther Fürth: 1. Bundesliga seit Saison 2012/2013; TSG Hoffenheim: seit 2008/2009; FC Augsburg: seit 2011/2012.
 
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