Wie kann ich mit Ernährung meine Hormonbalance beeinflussen?

Unser Hormonsystem ist ein ausgeklügelter Regelkreis, bei dem Schwankungen normal sind. Der Körper kann sie lange ausgleichen. Klappt das nicht mehr, ist falsche Ernährung häufig ein Mitauslöser. Das heißt umgekehrt: Wer seinen Speiseplan anpasst, kann die Hormonbalance meist wiederherstellen.

Hormone bestimmen über jeden Prozess im Körper mit: Sie regulieren etwa unseren Wärmehaushalt, den Blutdruck, das Muskelwachstum, den Schlaf-wach-Rhythmus und die Verdauung. Gerät der Hormonhaushalt ins Ungleichgewicht, beispielsweise wenn wir aufgrund von Dauerstress stets einen erhöhten Spiegel an Cortisol und Adrenalin haben, können wir dies unter Umständen an Verstopfung und an Bluthochdruck bemerken - beide Botenstoffe hemmen die Verdauung und regeln den Blutdruck nach oben.

Wie ungesunde Ernährung den Hormonhaushalt stört

Neben Stress bringt vor allem falsche Ernährung unsere

Hormone durcheinander. Essen wir etwa jeden Tag viele Weißmehlprodukte und Süßigkeiten, muss die Bauchspeicheldrüse permanent Insulin produzieren. Denn dieses Hormon aktiviert Rezeptoren, die die Zellen für den Zucker aufschließen. Schwimmt stets Insulin im Blut, stumpfen diese Rezeptoren bei dafür empfindlichen Menschen ab: Die Bauchspeicheldrüse produziert immer mehr Insulin, um Zucker in die Zellen zu schleusen, bis die Rezeptoren gar nicht mehr reagieren und das Organ erschöpft den Betrieb einstellt. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel ist konstant zu hoch und wir haben Diabetes. Dies erklärt, warum eine kohlenhydratarme Ernährung umgekehrt Diabetes in 70 Prozent der Fälle heilen kann.

Eine weitere Folge falscher Ernährung sind Schlafstörungen. Denn um das Schlafhormon Melatonin herzustellen, braucht der Körper die Aminosäure Tryptophan als Baustoff und die Mineralstoffe Magnesium und Kalzium für die Herstellung. Diese Stoffe stecken vor allem in Nüssen, Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse und Vollkornprodukten, typischen Lebensmitteln einer artgerechten Ernährung also. Wer dagegen die westliche Ernährungsweise pflegt, ist unterversorgt und schläft entsprechend schlechter.

Was schlank hält, hält die Hormone im Gleichgewicht

Ein weiterer Auslöser hormoneller Dysbalancen ist Übergewicht. Bauchfett etwa regt die übermäßige Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe wie Tumornekrosefaktor und Interleukin-6 an, was sämtliche Zivilisationskrankheiten befeuert. Zudem stört es das Gleichgewicht der Sexualhormone. Damit ist falsche Ernährung mittlerweile zur wichtigsten Ursache für Unfruchtbarkeit geworden - bei beiden Geschlechtern. So machen Übergewichtige 50 Prozent aller Frauen aus, die am polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) leiden. Bei den Betroffenen ist der Spiegel an männlichen Sexualhormonen erhöht, wodurch der Eisprung ausbleibt und eine Schwangerschaft unmöglich wird. Bei Männern wiederum verringert Bauchfett den Testosteronspiegel und damit die Spermienproduktion. Das Gute: Reduzieren Adipositaspatienten ihr Gewicht nur um ein Zehntel, erhöhen sie damit ihre Chancen auf Nachwuchs extrem!

Lebergesunde Ernährung stabilisiert den Hormonhaushalt

Unser Entgiftungsorgan spielt eine zentrale Rolle für das hormonelle Gleichgewicht. Die Leber bildet Hormone bzw. deren Vorstufen wie IGF-1 und Angiotensinogen, die das Muskelwachstum beschleunigen und den Blutdruck steuern. Außerdem produziert sie Transporteiweiße, die Botenstoffe in die Zielzellen bringen. Und schließlich reguliert sie den

Hormonhaushalt mit, indem sie etwa überschüssige Sexualhormone, Insulin und Wachstumsfaktoren abbaut. Die Leber bei ihrer Arbeit zu unterstützen, bedeutet vor allem, Ungesundes wegzulassen: also möglichst wenige tierische Fette zu essen sowie Zucker, insbesondere Fruktose, und Alkohol zu meiden.

Fasten reduziert das Stresshormonlevel! Nehmen wir länger keine Nahrung auf, sinkt Studien zufolge die Produktion von Cortisol, einem biochemischen Botenstoff, den unser Körper bei besonderen Belastungen ausschüttet - und der unter anderem den Blutzucker ansteigen lässt. Dies ist einer der Gründe, warum Menschen mit Störungen des Zuckerstoffwechsels besonders vom Intervall- und Heilfasten profitieren.

 
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