Wie hängt unsere Schlafbewertung mit dem gemessenen Schlaf zusammen?

Insgesamt nur wenig bis mäßig [42]. Am ehesten hängt unsere Bewertung mit der sogenannten Schlafeffizienz (siehe Frage Was ist der optimale Schlaf?) zusammen. Die Schlafeffizienz basiert auf der Zeit, die wir im Bett verbracht und wirklich geschlafen haben. Auch die gemessene Schlafdauer sowie Häufigkeit und Dauer der gemessenen Wachphasen hängen mit unserer subjektiven Schlafqualität zusammen. Andere Schlafparameter wie z. B. die Dauer des Tiefschlafs spielen bei den bestehenden Untersuchungen zu dem Thema meist keine oder eine geringere Rolle [43].

Insgesamt können aber unsere subjektiven Einschätzungen sehr stark von dem gemessenen Schlaf abweichen. Wir überschätzen häufig die Zeit, die wir zum Einschlafen gebraucht haben. Und gerade Patienten mit Schlafstörungen haben die Tendenz zu glauben, dass sie viel weniger schlafen, als sie es tatsächlich tun (siehe Kapitel 4: Was stört den Schlaf?). Unsere Bewertung der Schlafqualität ist eben noch von anderem abhängig als dem Schlaf selbst (siehe Frage Wie bewerten Menschen, ob ihr Schlaf gut oder schlecht war?)

Gleichzeitig ist aber die eigene Bewertung unseres Schlafs ganz entscheidend. Wenn wir ihn als schlecht bewerten, dann fühlen wir uns am nächsten Tag auch schlecht und sind weniger leistungsfähig. In einer aktuellen Studie [44] stand auf dem Nachttisch der Versuchspersonen ein manipulierter Wecker: Obwohl die Versuchspersonen acht Stunden geschlafen hatten, zeigte der Wecker an, dass nur fünf Stunden vergangen waren. Sie waren müder und schnitten in Leistungstests deutlich schlechter ab als eine andere Gruppe, bei denen der Wecker die tatsächlich vergangenen acht Stunden anzeigte. In einer anderen Testung derselben Studie hatten die Versuchspersonen nur fünf Stunden geschlafen, der Wecker zeigte aber acht Stunden an. Hier waren die Versuchspersonen trotz des kurzen Schlafs wacher und leistungsfähiger. Unsere eigene Beurteilung unseres Schlafs kann also sogar einen größeren Einfluss haben auf unser Wohlbefinden und unsere Leistung am nächsten Tag als unser tatsächlicher Schlaf.

 
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