Wie verändert sich der Schlaf im Laufe des weiblichen Zyklus?

Der Menstruationszyklus der Frau dauert durchschnittlich ca. 28 Tage, kann aber zwischen Frauen stark variieren [60]. Der weibliche Zyklus besteht hauptsächlich aus zwei Phasen: der Follikelphase (auch „Eireifungsphase“) und der Lutealphase (auch „Gelbkörperphase“). Die Follikelphase beginnt mit der Menstruation und dauert bis zum nächsten Eisprung. In dieser Phase steigt das Hormon Östrogen im Körper bis zum Eisprung an. Nach dem Eisprung wird zusätzlich das Hormon Progesteron ausgeschüttet. Die Verfügbarkeit beider Hormone nimmt dann ab Mitte bis Ende der Lutealphase wieder ab.

Subjektiv berichten Frauen vor allem einige Tage vor und während der Monatsblutung von einem gestörten Schlaf [61]. Schlafmessungen bei jüngeren Frauen ergaben allerdings keine großen Variationen in der Qualität und Struktur des Schlafs über den Verlauf des Monatszyklus. So blieben die Anteile an Tiefschlaf und REM-Schlaf im Prinzip unverändert [62]. Nur einige Aspekte des N2-Schlafs, die Schlafspindeln, scheinen über den Zyklus hinweg zu variieren. Bei älteren Frauen kurz vor dem Übergang in die Menopause scheinen dagegen Schlafverschlechterungen vor allem in der Lutealphase aufzutreten, allerdings liegen hier noch wenige Untersuchungen vor.

Während die Schlafveränderungen im Laufe des weiblichen Zyklus eher gering sind, hat die Einnahme der Antibabypille (also die künstliche Regulation des weiblichen Zyklus) einen eindeutig verschlechternden

Einfluss auf den Schlaf: Frauen, die regelmäßig die Pille nehmen, verbringen deutlich weniger Zeit im Tiefschlaf und mehr Zeit im mitteltiefen N2-sowie im REM-Schlaf als Frauen ohne Pille [58]. Vielleicht ein weiterer Grund, die Pille nicht zu lange zu nehmen und irgendwann andere Verhütungsmethoden zu verwenden.

Wird der Schlaf während der Schwangerschaft schlechter?

Ja [63]. Knapp die Hälfte aller Frauen berichten von einer Schlafverschlechterung während der Schwangerschaft. Dies gilt besonders für Frauen, die während der Schwangerschaft schon älter waren. Die Schlafverschlechterungen treten vor allem zwischen dem zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft auf. Dabei erhöht sich insbesondere die Häufigkeit des Aufwachens während der Nacht (Fragmentierung des Schlafs), und die Schlafeffizienz nimmt ab. Der Anteil an Tief- und REM-Schlaf nimmt ebenfalls ab. Nach der Schwangerschaft verbessert sich der Schlaf prinzipiell wieder. Allerdings kommt dann die Phase, in der der Schlaf der jungen Mutter durch die Bedürfnisse und Schlafgewohnheiten ihres Babys beeinträchtigt sein kann.

 
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