Was kann ich gegen Albträume tun?

Albträume können eine starke Belastung sein. Sie haben meist einen sehr bedrohlichen Inhalt für das Traum-Ich und treten wiederholt auf, in manchen Fällen sogar mit fast identischem Inhalt oder Abläufen (repetitive Albträume). Beim Aufwachen ist die träumende Person häufig schnell hellwach und erlebt den Traum als emotional stark belastend [104]. Es kann sogar so weit kommen, dass die Betroffenen eine Angst entwickeln, schlafen zu gehen, weil sie sich vor dem nächsten Albtraum fürchten.

Die effektivste Behandlungsmöglichkeit von Albträumen sind psychotherapeutische Ansätze, in denen es um die Umwandlung der Albträume geht (z. B. Imagery Rescripting Therapy, englisch: Therapie zur Umwandlung von Vorstellungen). In diesen Methoden werden die negativen Bilder aus dem Albtraum durch positive Vorstellungen ersetzt. Die neuen, positiven Bilder werden während des Tages zusammen mit der Therapeutin entwickelt, und es wird ein neuer, positiver Ablauf des Traums erstellt und aufgeschrieben. Diese neue, positive Handlung wird jeden Tag 10-20 Minuten lang geübt. Durch das häufige Wiederholen am Tag verändern sich auch in der Nacht langsam die Geschichten und Bilder in den Albträumen. Die Träume verlieren ihren Schrecken oder ihren bedrohlichen Verlauf und treten nach und nach weniger oft auf (oder werden weniger erinnert). Die Wirksamkeit dieser Methode ist wissenschaftlich sehr gut belegt [105]. Sie wird auch bei Opfern von Traumata oder bestimmten psychischen Störungen, wie z. B. Angststörungen oder Depressionen, erfolgreich angewendet.

Auch andere Methoden wie z.B. generelle Entspannungstechniken oder Hypnose werden zum Teil erfolgreich bei Albträumen eingesetzt, sind aber weniger gut wissenschaftlich untersucht. Weiterhin scheinen bestimmte Medikamente die Albtraumhäufigkeit zu reduzieren. Sie wirken aber meist weniger gut und weniger langfristig als die psychotherapeutischen Ansätze. Eine umfassende Beschreibung von Albträumen und Möglichkeiten der Behandlung finden Sie in dem Buch „Alpträume“ eines Traumforscher aus Düsseldorf, Reinhard Pietrowsky [106].

 
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