Sollte ich nachts auf die Uhr schauen?

Besser nicht. Vor allem wenn ich sowieso schon eher einen leichten oder gestörten Schlaf habe. Durch die häufige Vergewisserung, wie spät es ist, mache ich mir noch mehr Druck, unbedingt wieder einschlafen zu müssen:

„Jetzt ist es 3 Uhr, um 2 Uhr habe ich schon auf die Uhr geschaut, ich liege schon eine Stunde wach. Morgen muss ich fit sein, jetzt kann ich nur noch drei Stunden schlafen, dann klingelt der Wecker ... Uh, jetzt liege ich schon wieder eine halbe Stunde wach...“ usw.

Diese und ähnliche Gedanken machen es schwieriger, wieder in den Schlaf zu finden. Auch in Schlaflaboruntersuchungen führten häufigere Blicke auf die Uhr zu längeren Einschlafzeiten und verstärkten die Sorge, nicht schlafen zu können [55]. Interessanterweise überschätzten Versuchsteilnehmer, die auf die Uhr schauen sollten, ihre Wachliegezeiten in dieser Studie stärker als diejenigen, die nicht auf die Uhr schauen sollten. Auch Patienten mit stärkeren Schlafstörungen haben eher die Tendenz, nachts auf die Uhr zu schauen, als Patienten mit weniger ausgeprägten Schlafstörungen [56].

Das nächtliche Überwachen der Uhrzeit kann also den Schlaf verschlechtern. Zusätzlich hat man fälschlicherweise auch noch den Eindruck, man liege länger wach, als man es in Wirklichkeit tut. Denn viele merken gar nicht, dass sie zwischen zwei Kontrollen der Uhrzeit eigentlich geschlafen haben.

Vielleicht wären folgende Gedanken hilfreicher:

„Mein Körper erholt sich, auch wenn ich einfach ruhig liege. Ich döse jetzt ein bisschen und ruhe mich aus, so gut es geht. Das reicht völlig für den morgigen Tag. Vielleicht stelle ich mir den schönen Platz vom letzten Urlaub noch mal vor?“ usw..

 
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