Verhindert Schlaf Falten im Gesicht?

Wenn nun Schlaf die Haut schöner macht, dann sollte er doch auch Falten im Gesicht verhindern. Leider kann Schlaf auch zu mehr Gesichtsfalten führen: Gerade im Alter, wo die Haut etwas weniger gespannt ist, kann das Liegen auf der Seite dazu führen, dass im Gesicht „Schlaffalten“ entstehen [56]. Dadurch lässt einen der Schlaf womöglich älter aussehen. Um dies zu verhindern, sollten ältere Menschen eher auf dem Rücken schlafen. Dies lässt sich aber nur schwer kontrollieren und kann unter Umständen die

Schlafqualität verschlechtern. Rückenschlaf erhöht außerdem das Risiko von Schnarchen und Atemaussetzern - dann vielleicht doch lieber ein paar mehr Falten im Gesicht und dafür ausgeschlafen sein!

Welche mentale Funktion profitiert am meisten vom Schlaf?

Am meisten profitiert unsere allgemeine Wachheit [57], die Vigilanz (lateinisch: Wachsamkeit). Diese brauchen wir vor allem dann, wenn wir bei eintönigen Tätigkeiten aufpassen müssen, dass nichts passiert. Ein Beispiel dafür ist eine lange Autofahrt auf einer wenig befahrenen Straße, wo die Fahrerin trotzdem wachsam bleiben muss. Diese Fähigkeit ist stark von unserem vorangegangenen Schlaf abhängig. Hatten wir zu wenig Schlaf oder war er gestört (z.B. durch Atemaussetzer), dann kommt es häufiger zum sogenannten Sekundenschlaf: Wir werden unaufmerksam, driften mit unseren Gedanken ab und schlafen kurz ein. Dies kann schnell zu lebensgefährlichen Unfällen führen.

Getestet wird die Wachsamkeit mit dem „psychomotorischen Vigilanztest“. In diesem computergestützten Test passiert über lange Zeiträume nichts. Plötzlich tauchen dann Zahlen auf dem Bildschirm auf, und man muss so schnell wie möglich eine Taste drücken. Personen ohne Schlaf oder mit gestörtem Schlaf schneiden in diesem Test sehr schlecht ab. Sie reagieren zu spät oder verpassen die angezeigten Zahlen.

Sobald die Situationen oder Aufgabenstellungen komplexer werden, können wir einen schlechten Schlaf besser kompensieren. Wir reagieren zwar immer noch langsamer und machen mehr Fehler, der Unterschied in der Leistungsfähigkeit ist aber im Vergleich zu einer Nacht mit ausreichend Schlaf nicht mehr so groß. Wir besitzen also durchaus die Fähigkeit, kurzfristig die Folgen von schlechtem Schlaf zu kompensieren, aber wie gesagt nur bei komplexen und anspruchsvollen Aufgaben nicht bei eintönigen. Bei mehrtägigem Schlafentzug kommt es dann zu immer stärker werdenden Beeinträchtigungen aller unserer mentalen Funktionen bis hin zu Halluzinationen.

 
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