Verbessert Schlaf meine Leistung im Sport?

Schlaf verbessert meine Leistung im Sport vor allem dann, wenn dafür Aufmerksamkeit und Wachheit wichtig ist. So ist die Leistung in motorischen Geschicklichkeitsaufgaben nach Nächten mit zu wenig oder ohne Schlaf schlechter als mit ausreichend Schlaf [123]. Deshalb wird Schlaf vor allem die Leistung in Sportarten unterstützen, in denen Koordinationsfähigkeit und eine schnelle Reaktionszeit gefordert sind, z. B. alle Ballsportarten. Tatsächlich führte ein sechswöchiges Schlafverlängerungsprogramm bei professionellen Rugby-Spielern zu einer verbesserten Reaktionszeit [124].

Die reine Ausdauer und Kraft werden dagegen vom Schlaf nicht direkt beeinflusst. Sportler zeigten keine Leistungseinbußen auf dem Fahrradergometer oder beim Hanteltraining, selbst wenn sie zuvor eine oder zwei Nächte nicht geschlafen hatten [125]. Nach dem Berner Sportwissenschaftler Daniel Erlacher können deshalb Spitzenleistungen in Ausdauer und Kraft auch trotz kurzen Schlafs oder gar Schlafentzugs erbracht werden [126]. Diese zeigen sich in extremen Wettkämpfen beim Radfahren, Laufen oder Segeln, die über mehrere Tage und Nächte dauern. Viele Athleten schlafen während dieser Wettkämpfe nur sehr wenig oder gar nicht.

Allerdings ist Schlaf möglicherweise für die Muskelregeneration, das Erkrankungs- und Verletzungsrisiko sowie für Motivation und Stimmungslage der Athleten entscheidend. Athleten sollten deshalb ihren Schlaf vor und nach den Wettkämpfen nach ihrem individuellen Schlafbedürfnis abstimmen. Auch durch die Aufregung vor den Wettkämpfen berichten einige Athleten von vermehrten Schlafproblemen oder einem verkürzten Schlaf. Hier könnte eine Reduktion der Wettkampfangst durchaus den Schlaf und damit die sportliche Leistung verbessern. Für mehr und wesentlich detailliertere Informationen zu dem Thema verweise ich auf das Buch „Sport und Schlaf“ [126].

 
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