Spare ich im Schlaf Energie?

Sehr viele unserer technischen Geräte haben einen „Schlaf-Modus“. So fallen unsere Laptops regelmäßig in den „Schlaf“ und sind erst nach dem „Aufwecken“ wieder voll funktionsfähig. Das Ziel des Schlaf-Modus: Energiesparen in Zeiten, in denen es nichts zu tun gibt. Der Energiebedarf der Geräte wird dabei sehr stark reduziert, zum Teil bis auf wenige Prozent. Trifft das auch für den menschlichen Schlaf zu?

Tatsächlich reduzieren Menschen ihren Energiebedarf zwar im Schlaf, diese Reduktion ist jedoch viel geringer, als man vielleicht erwarten würde. In einer Studie zu dem Thema konnten gesunde junge Erwachsene nachts wahlweise schlafen oder wach bleiben [134]. Auch in der durchwachten Nacht blieben sie im Bett liegen und sollten sich so wenig wie möglich bewegen. Der Energieverbrauch wurde über die verbrauchte Atemluft gemessen. Die Versuchsteilnehmerinnen verbrauchten während der achtstündigen Schlafperiode ca. 32% weniger Energie, als wenn sie acht Stunden wach im Bett lagen. In Kilokalorien ausgedrückt sparten sie durch den Schlaf etwa 160 kcal. Das entspricht etwa der Anzahl an Kalorien, die in einer halben Avocado oder in 100 g eines Rumpsteaks enthalten sind [135].

Warum sparen wir im Schlaf nicht mehr Energie? Unser Gehirn ist während des Schlafs nicht ausgeschaltet, wie viele meinen, sondern verbraucht noch recht viel Energie. So ist der Energieverbrauch im mitteltiefen Schlaf nur um 3-10 % reduziert. Im Tiefschlaf ist die Einsparung größer, unser Gehirn braucht dann 25-44% weniger Energie als im Wachzustand. Allerdings verbringen wir in der Nacht nur ca. eineinhalb Stunden im Tiefschlaf. Im REM-Schlaf ist dagegen der Energieverbrauch unseres Gehirns genauso groß wie im Wachzustand [136]. Da neben dem Gehirn natürlich auch unsere anderen inneren Organe im Schlaf weiterhin aktiv sind, sparen wir zwar im Schlaf Energie, aber diese Einsparung ist eher moderat. Sie allein kann nicht der einzige Grund sein, warum wir immer wieder schlafen müssen und der Schlaf für uns so wichtig ist.

 
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