Welche Empfehlungen zum Schlaf wurden vor 100 Jahren gegeben?

Empfehlungen für einen besseren Schlaf gibt es schon lange. So hat der Zürcher Hausarzt Hans Hoppeier vor ungefähr 100 Jahren Regeln für einen besseren Schlaf zusammengestellt und in seinem Buch „Dr. Hoppeler’s Hausarzt: Lehr- und Nachschlagebuch der Familie“ veröffentlicht [7]. Die zwölf Regeln entsprechen zum Teil den aktuellen Regeln zur Schlafhygiene, z. B. zur Schlafdauer von acht Stunden bei Erwachsenen (Kinder länger), keinen Kaffee oder Alkohol vor dem Schlafengehen und regelmäßig Sport treiben. Einige Punkte davon sind interessante Ergänzungen und enthalten einen wahren Kern. Sie sind allerdings aus heutiger Sicht recht altmodisch formuliert:

  • • So gut als möglich, halte dich an den Grundsatz: Am Tag wachen, in der Nacht schlafen. Unsere moderne Menschheit stellt vielfach diesen Satz auf den Kopf, aber nicht zu ihrem Vorteil.
  • • Im Bett noch zu lesen ist keine gute Gewohnheit, auf alle Fälle darf nur eine wirklich gute, in keiner Weise aufregende Lektüre in Betracht kommen, die nicht über eine halbe Stunde dauert.
  • • Lass die Sonne nie über deinem Zorn untergehen und entlaste dich vor dem Schließen der Augen durch vertrauensvolles Gebet von Sorge und Schuld, denn: ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.

Gerade die letzte Empfehlung ist sicherlich ein wichtiger Punkt, sei es mit Gebeten, Meditationen, Gesprächen, Aufschreiben oder ähnlichen Methoden. Anderen Empfehlungen von Dr. Hoppeier müssen Sie dagegen nicht unbedingt folgen:

  • • Verweichliche dich nicht durch viele Decken oder unnötige Wärmeflasche.
  • • Sorge für gute Luft im Schlafzimmer durch fleißiges Lüften am Tage und Zufuhr frischer Luft auch des Nachts. Die Heiztemperatur der Schlafräume im Winter soll nicht über 12 °C steigen.

Im Winter wären mir 12 °C im Schlafzimmer tatsächlich zu kalt.

 
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