Verbessert Meditieren den Schlaf?

Meditieren verbessert tatsächlich den Schlaf. Menschen, die regelmäßig meditierten (zwei bis vier Stunden pro Tag über mehr als drei Jahre), hatten einer Studie zufolge deutlich mehr Tief- und REM-Schlaf als Personen, die nicht meditierten [104]. Besonders bemerkenswert an dieser Studie war, dass gerade ältere Meditierende keine altersbedingte Verringerung des Tiefschlafanteils aufwiesen [105]. Sie hatten so viel Tiefschlaf wie 40- bis 49-jährige Personen. Das ist wirklich eine großartige Botschaft für die Schlafqualität im Alter.

Aber wer schafft es schon, jeden Tag zwei bis vier Stunden zu meditieren? Wahrscheinlich kaum jemand. Doch auch kürzere Meditationsübungen können den Schlaf bei Patienten mit Schlafstörungen verbessern, wie z.B. Übungen zur Achtsamkeitsmeditation [106]. Wenn Patienten diese Übungen eine Weile ausführten, dann berichteten sie von einer deutlich verbesserten Schlafqualität und weniger langen Wachphasen in der Nacht. Die Effekte der Meditationsübungen auf den objektiv gemessenen

Schlaf sind dagegen weniger einheitlich. Die Schlafverbesserung nach Achtsamkeitsmeditation wirkt ähnlich gut wie andere Entspannungsverfahren, wie z.B. die eher körperbezogene progressive Muskelentspannung [107]. Die kognitive Verhaltenstherapie ist dagegen gerade bei schweren Schlafstörungen wie der Insomnie wesentlich wirksamer.

Warum wirkt Meditation bei Schlafstörungen? In der Achtsamkeitsmeditation wird versucht, die Aufmerksamkeit auf den jetzigen Moment zu fokussieren, negative Gedanken weniger wichtig zu nehmen und sie wieder loszulassen. So gelingt es insgesamt, Stress zu reduzieren. Da gerade Grübeln und negative Gedanken eine Ursache für Schlafstörungen sind, können Achtsamkeitsübungen hier Abhilfe schaffen. Sie erfordern allerdings einige Übung.

Verringert regelmäßiges Meditieren das Schlafbedürfnis?

„Seitdem ich regelmäßig meditiere, brauche ich weniger Schlaf.“ Den Satz habe ich schon oft gehört [108]. Ist da etwas dran? Wie in der Frage vorher schon erwähnt, verbessert regelmäßige Meditation den Schlaf und erhöht den Tiefschlafanteil. Insofern sollte man sich durch den besseren Schlaf am nächsten Tag wacher und erholter fühlen. Eine Verkürzung des Schlafs wird allerdings durch Meditation meist nicht erreicht. Es wird sogar betont, dass man für erfolgreiches Meditieren ausgeschlafen sein sollte, da man sonst Gefahr läuft, während der Meditation einzuschlafen. Weiterhin heißt es, dass Meditation den Schlaf nicht ersetzen kann [109].

 
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