Verbessern schaukelnde Betten den Schlaf?

Babys beruhigen sich, wenn sie geschaukelt werden. Ist Schaukeln auch bei Erwachsenen eine hilfreiche Methode, um den Schlaf zu verbessern? Interessanterweise stammen die meisten Studien zu schaukelnden Betten und Schlaf aus der Schweiz. So konnte eine Forschergruppe der Universität Genf zeigen, dass ein sanft schaukelndes Bett die Einschlafzeit bei einem Mittagsschlaf verkürzt [136]. Das Schaukeln war dabei sehr langsam und leicht: Das Bett glitt nur alle vier Minuten ca. 10 cm nach links und rechts. In einer weiteren Studie verlängerte das Schaukelbett den Tiefschlaf während der Nacht [137]. Die Versuchsteilnehmerinnen verbrachten darin ungefähr 20 % mehr Zeit im Tiefschlaf als in einem festen Bett. Außerdem war das Auftreten der Schlafspindeln erhöht. Tiefschlaf und Schlafspindeln gelten als wichtig für die Festigung von Erinnerungen im Schlaf (siehe Frage Verbessert Schlaf das Gedächtnis? in Kapitel 5). In der Studie konnten sich die Versuchspersonen tatsächlich besser an vor dem Schlaf gelernte Wortpaare erinnern, wenn sie in dem Schaukelbett geschlafen hatten.

Allerdings konnten diese Ergebnisse von einer Forschergruppe aus Zürich nicht bestätigt werden. Sie kam in ihrer Studie zum Schluss, dass ein schaukelndes Bett keinen Einfluss auf den Schlaf hat, weder auf das Einschlafen noch auf den Tiefschlaf [138]. Auch die Erinnerung an Wortpaare wurde in dieser Studie nicht von dem Schaukelbett beeinflusst. Nur die Schlafspindeln waren ebenfalls leicht erhöht. Allerdings wurde hier lediglich in den ersten zwei Stunden Schlaf geschaukelt, nicht die ganze Nacht. Und die Probanden konnten wählen, in welche Richtung und wie schnell sie geschaukelt werden wollten. Hier muss ich wohl noch weitere Forschungsergebnisse abwarten, bis ich guten Gewissens ein Schaukelbett empfehlen kann. Und vor allem ist mir noch unklar, wie genau geschaukelt werden muss, damit es auch etwas für den Schlaf bringt. Wie schon erwähnt: Wissenschaft kann doch einfach Spass machen!

 
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