Weitere Auswertungsschritte im narrationsstrukturellen Verfahren

Die Auswertungsschritte der Interviews, die im Rahmen dieser Arbeit präsentiert werden (sowohl aus Platzgründen, als auch aus Gründen der Relevanz für die gestellten Forschungsfragen) sind ausgewählt. Ich beginne mit der analytischen Abstraktion, in der es darum geht, sich bzgl. der rekonstruierten Lebensgeschichte auf eine abstrahierende Ebene zu begeben und im Folgenden

„die abstrahierten Strukturaussagen zu den einzelnen Lebensabschnitten [ ] systematisch miteinander in Beziehung [ ] (zu setzen), und auf dieser Grundlage wird die biographische Gesamtformung, d.h. die lebensgeschichtliche Abfolge der erfahrungsdominanten Prozessstrukturen in den einzelnen Lebensabschnitten bis hin zur gegenwärtig dominanten Prozessstruktur herausgearbeitet“ (Schütze, 1983, S. 286).

Als Ziel des nächsten Auswertungsschrittes benennt Schütze die Erarbeitung einer „Wissensanalyse“ (ebd.). Hier wird unter Berücksichtigung des Explizierens

„des Ereignisablaufs, der Erfahrungsaufschichtung und des Wechsels zwischen den dominanten Prozessstrukturen des Lebensablaufs, systematisch auf ihre Orientierungs-, Deutungs-, Selbstdefinitions-, Legitimations-, Ausblendungsund Verdrängungsfunktion hin (interpretiert)“ (ebd.).

Der Auswertungsprozess wird fortgesetzt durch den kontrastiven Vergleich verschiedener Interviewtexte, der sich zwischen den Polen von minimaler und maximaler Verschiedenartigkeit bewegt (vgl. dazu ausführlich ebd., S. 287f). Den abschließenden Analyseschritt, so wie Schütze ihn vorschlägt, bildet die Theoretisierung.

„Am Ende der theoretischen Auswertung stehen Prozessmodelle spezifischer Arten von Lebensabläufen, ihrer Phasen, Bedingungen und Problembereiche [ ] oder auch Prozessmodelle einzelner grundlegender Phasen und Bausteine von Lebensabläufen generell oder der Konstitutionsbedingungen und des Aufbaus der biographischen Gesamtformung insgesamt (ebd., S. 288).

 
< Zurück   INHALT   Weiter >