Das Sonnensystem

Das Sonnensystem ist die kosmische Familie unserer Sonne. Es besteht aus all den Objekten, die von der Schwerkraft der Sonne gebunden sind: aus Planeten, Zwergplaneten, Monden, Kometen, Asteroiden und anderen kleinen Körpern, die erst noch entdeckt werden müssen. Wenn ein Objekt der Schwerkraft der Sonne nicht entkommen kann, sagt man, es befinde sich in einer Umlaufbahn um die Sonne.

Sonnennächster Planet: Merkur

Merkur ist im Mittel 57,9 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Er hat keine Monde.

Sonnenfernster Planet: Neptun

Neptun ist im Mittel 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt.

Anzahl der Planeten: 8

Die Planeten heißen (vom sonnennächsten zum sonnenfernsten

Planeten):

Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun

Entfernung der Erde von der Sonne:

149,6 Millionen Kilometer im Mittel

Anzahl der bekannten Zwergplaneten: 6

Die Zwergplaneten heißen (vom sonnennächsten zum sonnenfernsten Zwergplaneten):

Ceres, Pluto, Haumea, Makemake, Eris und Sedna

Anzahl der bekannten Monde um Planeten und Zwergplaneten: 194

Merkur: o; Venus: o; Erde: 1; Mars: 2; Jupiter: 79; Saturn: 82; Uranus: 27; Neptun: 14

Anzahl der bekannten Kometen: 1000; geschätzte wirkliche Zahl:

1000000000000000 (eine Billiarde)

Monde um Asteroiden: 190

Monde um Zwergplaneten jenseits des Neptuns: 63

Größte Entfernung von der Erde, die ein von Menschen konstruiertes Objekt erreicht hat: über 21,7 Milliarden Kilometer. Das ist die

Strecke, die Voyager 1 am 3. Juni 2019 zurückgelegt hatte. Voyager 1

bewegt sich immer weiter vom Sonnensystem weg, sendet aber immer noch Daten zur Erde.

Wie unser Sonnensystem entstand

Phase eins:

Eine Wolke aus Gas und Staub begann, in sich zusammenzufallen -vielleicht ausgelöst von Schockwellen einer nahen Supernova.

Phase zwei:

Eine Kugel aus Staub entstand, die rotierte und sich zu einer Scheibe abflachte. Dabei zog sie immer mehr Staub an, wurde immer größer und rotierte immer schneller.

Phase drei:

Der Zentralbereich dieser kollabierenden Wolke wurde heißer und heißer, bis er sich entzündete und zum Stern wurde.

Phase vier:

Während der Stern brannte, klumpte der Staub in der Scheibe langsam zusammen und bildete Haufen und dann Gestein, das letztlich die Planeten bildete, die den Stern im Zentrum, also unsere Sonne, umkreisen. Diese Planeten bildeten zwei Hauptgruppen: nahe der Sonne, wo es heiß ist, die Gesteinsplaneten, und weiter draußen, hinter dem Mars, die Gasplaneten. Sie bestehen aus einer dicken Gasatmosphäre, die eine flüssige innere Region umgibt, die ihrerseits sehr wahrscheinlich einen festen Kern umschließt.

Phase fünf:

Die Planeten räumten ihre Bahn frei, indem sie alle Brocken »einfingen«, die auf ihrem Weg lagen.

Phase sechs:

Hunderte Millionen Jahre später stabilisierten sich die Bahnen der Planeten und wurden zu den Bahnen, auf denen sie heute noch kreisen. Das wenige Material, das übrig blieb, landete entweder im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder viel weiter draußen, jenseits des Pluto, im Kuipergürtel.

Der Kuipergürtel

Von der Umlaufbahn des Neptuns bis etwa 50 AE (astronomische

Einheiten) vom äußeren Sonnensystem erstreckt sich ein flacher Ring mit Material, das aus der Zeit übrig ist, als das Sonnensystem entstand. Es handelt sich um verstreute, eisige Klumpen gefrorenen Gases. Einige sind groß genug, dass sie kleine Himmelskörper bilden, die man als Zwergplaneten klassifiziert. Zu diesen Zwergplaneten gehört der Pluto.

Wusstest du das?

  • • Unser Sonnensystem entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren.
  • • Sterne mit einer Masse ähnlich unserer Sonne brauchen etwa 10 Millionen Jahre zur Entstehung.
  • • Da Jupiter der größte Planet im Sonnensystem ist, dürfte er den größten Teil des »Aufräumens« der kleineren Brocken im Sonnensystem erledigt haben.
  • • Ein Exoplanet ist ein Planet, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist.

Gibt es andere Sonnensysteme wie unseres?

Seit Jahrhunderten haben Astronomen vermutet, dass auch andere Sterne im Universum Planeten in Umlaufbahnen haben. Doch der erste Exoplanet wurde erst 1992 bestätigt; er umkreist den Überrest eines enorm massereichen toten Sterns. Der erste Planet um einen aktiven, hell leuchtenden Stern wurde 1995 entdeckt: Er kreist um den Stern 51 Pegasi.

Seitdem wurden über 4000 Exoplaneten entdeckt - einige um Sterne, die unserer Sonne sehr ähneln!

Doch das ist erst der Anfang. Selbst wenn nur 10 % der Sterne in unserer Galaxie von Planeten umkreist werden, ergibt das immer noch über 200 Milliarden Sonnensysteme alleine in der Milchstraße.

Einige könnten unserem Sonnensystem sehr ähneln. Andere könnten ganz anders aussehen. Planeten in einem Doppelsternsystem könnten beispielsweise zwei Sonnen auf- und untergehen sehen. Wenn wir den Abstand der Planeten von ihrem Stern - und die Größe und das Alter des Sterns - kennen, dann können wir berechnen, wie wahrscheinlich es ist, auf diesen Planeten Leben zu finden.

Die meisten Exoplaneten, von denen wir wissen, sind riesig - so groß wie der Jupiter oder größer. Große Exoplaneten sind einfacher nachzuweisen als kleinere. Aber Astronomen beginnen auch, kleinere Gesteinsplaneten zu entdecken, die in der richtigen Entfernung um ihren Stern kreisen und dem Planeten Erde ähneln könnten.

Anfang 2011 bestätigte die NASA, dass die Kepler-Mission einen erdähnlichen Planeten in etwa 500 Lichtjahren Entfernung gefunden hatte! Mit nur etwa der 1,4-fachen Größe unseres Heimatplaneten ähnelt dieser neue Planet, Kepler-iob, der Erde in der Größe sehr, aber er umkreist den Stern sehr nah und ist daher zu heiß, als dass dort Leben in einer uns bekannten Form möglich wäre.

Einige der sehr großen Planeten, die wir entdeckt haben, könnten tatsächlich eine Form kleiner Sterne sein, die man »Braune Zwerge« nennt.

Die Kepler-Mission

Kepler war der Name eines Weltraumteleskops, das die NASA 2009 gestartet hatte. Es war dafür gebaut, nach erdgroßen Planeten um Sterne in einem bestimmten Bereich der Milchstraße zu suchen. Kepler beobachtete 530506 Sterne und fand 2662 Planeten. Es war neun Jahre lang in Betrieb und wurde abgeschaltet, als 2018 der Treibstoff ausging.

 
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