Anna Paul

Kontaktaufnahme und Interviewsituation

Die Kontaktaufnahme zu Anna Paul erfolgte per Email. Bis zum Interviewtermin vergingen noch etwa drei Monate. Die Mutter Anna Pauls lebt in der Nähe des Wohnortes der Interviewerin. Deshalb schlug Anna Paul vor, wenn sie wieder bei ihrer Mutter sei, könnte das Interview dort stattfinden. Es gab eine Kontaktpause und nach etwa 6-8 Wochen meldete sich Anna Paul mit der Erklärung, dass ihr Vater in der Zwischenzeit gestorben sei.

In den Tagen vor dem Interviewtermin war sie telefonisch nicht erreichbar. Sie schrieb der Interviewerin dann ein Mail und entschuldigte sich. Ferner schlug sie eine Zeit für die Interviewdurchführung vor und teilte die Telefonnummer ihrer Mutter mit, da sie sich dort aufhalte.

Dort rief die Interviewerin an, zunächst war nur deren Mutter daheim. Beim zweiten Mal war Anna Paul auch da und die von ihr vorgeschlagene Uhrzeit wurde bestätigt.

Der Tag, an dem das Interview stattfand, war ein sehr heißer Spätsommertag. Die Anfahrtszeit mit dem PKW betrug ca. 1 h. Die Mietswohnung der Mutter befindet sich in einer Wohnsiedlung am Rand einer Großstadt. Die Mutter war bettlägerig, wirkte aber rege und interessiert. Etwas chaotisch und voll sah es in der Wohnung aus, wofür Anna Paul sich entschuldigte. Zunächst sagte sie, ihre Mutter wolle bei dem Interview dabei sein. Wir plauderten etwas zu dritt. Die Interviewerin erklärte Anna Paul beim Teemachen in der Küche, wo ihre Mutter nicht zuhören konnte, dass sie die Anwesenheit der Mutter beim Interview nicht für sinnvoll halte, worauf sie sofort einging. Sie teilte dies ihrer Mutter mit und auch diese akzeptierte es.

Zum Interview zogen sich die Interviewerin und Anna Paul in das Zimmer, in dem Anna Paul bei ihrem Besuch bei der Mutter schlief, zurück. Sie saß auf dem Bett, die Interviewerin davor auf einem Stuhl. Zunächst kam es zu einem informellen Gespräch. Im Rahmen des Interviews erzählte Anna Paul ausführlich, sehr reflektiert und sich weniger an den zeitlichen Begebenheiten im äußeren Sinn entlang hangelnd, sondern mehr dem inneren Geschehen folgend. Das war im Vergleich zu den bis dahin geführten Interviews auffällig. Sie war frisch und lebendig im Erzählen, auch mit der Körpersprache sehr aktiv. Während des Interviews war das Zimmerfenster geöffnet und über einen langen Zeitraum waren von draußen die Stimmen spielender Kinder zu hören. Im Anschluss an das Gespräch, sie äußerte auch erschöpft zu sein, das reine Interview hatte ca. 2 h gedauert, bat sie darum, ihr das verschriftlichte Interview zuzusenden. Nach der Zusendung reagierte Anna Paul mit einer kurzen Dankes-Email mit der Bemerkung, dass sie es sehr interessant fände, wie sie erzählt habe.

 
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