Katharina Wolf

Kontaktaufnahme und Interviewsituation

Auf diese Meditationslehrerin stieß die Interviewerin durch Kursausschreibungen in einem buddhistischen Zentrum. Die Interviewerin sah Programme verschiedener Zentren durch, da sie auf der Suche war nach zwei weiteren, voraussichtlich letzten Interviewpartnerinnen war, die unter 50 Jahre sein sollten, da dieses Alter noch unterrepräsentiert war. Ebenso schien durch ein erstes Gespräch mit einer 50jährigen dieses Alter besonders interessant für die vorliegende Arbeit zu sein bzw. sollte dies durch weitere Interviews verifiziert oder verworfen werden.

Wie sich erfreulicherweise herausstellte, lebte diese Lehrerin nur eine knappe Autostunde vom Wohnort der Interviewerin entfernt. Die Interviewerin sendete Katharina Wolf eine Email mit der Anfrage zu einem Interview, sie antwortete innerhalb von einigen Tagen, dass sie sich ein Gespräch grundsätzlich vorstellen, mit der Interviewerin aber vorher noch sprechen wolle, um einige Details zu klären. Es gingen zwei, drei Emails hin und her, bevor es zu einem Telefonat kam. Die Interviewerin rief die Lehrerin zweimal an, wobei diese beim ersten Mal nicht persönlich erreicht wurde, ihr jedoch auf dem Anrufbeantworter der Anrufversuch hinterlassen wurde und ein weiterer angekündigt wurde. Die Interviewerin erreichte sie dann an einem Samstagnachmittag. Es wurden die Details besprochen. Insbesondere die Anonymisierung und die Möglichkeit, das Interview nach der Verschriftlichung zu lesen, um dann noch ein Veto vor der Weiterbearbeitung einlegen zu können, waren sehr wichtig für Katharina Wolf. Aufgrund dieser Vorabsprachen vermutete die Interviewerin, auf eine relativ verschlossene Gesprächspartnerin zu stoßen. Das Gespräch wurde für einen Abend in der übernächsten Woche nach dem Telefonat vereinbart.

Die Biographieträgerin lebte in einem kleinen Ort in einem Wald. Zunächst fuhr die Interviewerin an der Abfahrt zu dem Dorf vorbei und musste dann aufgrund der Schneemengen einige Kilometer fahren, bevor sie wenden konnte. Das beunruhigte die Interviewerin etwas, weil sie dadurch geringfügig zu spät kam.

Die Biographieträgerin begrüßte die Interviewerin jedoch freundlich in ihrer Wohnung, in der sie alleine lebte. Die Wohnung war mit wenigen Möbeln spartanisch und klar eingerichtet. Es waren fast keine persönlichen Dinge zu sehen. Im Flur brannten einige Kerzen. Die Interviewpartner setzten sich an einen als Esstisch gedachten Tisch, auf dem aber auch ein Laptop stand. Sie fragte danach, was die Interviewerin trinken wolle, sie kochte für beide einen Tee, den sie in einer Thermoskanne warm hielt. Sie bot der Interviewerin auch etwas zu knabbern an, was diese ablehnte. Das eigentliche Interview begann dann recht schnell, die Biographieträgerin sprach ruhig und langsam, wodurch sich die Interviewerin immer mehr in ihre Geschichte hineingezogen fühlte. Katharina Wolf sprach fast drei Stunden ohne Unterbrechung und erzählte der Interviewerin viele persönliche Details aus ihrem Leben, was diese überraschte. Nach dem Interview kam es zu einem informellen Gespräch. Katharina Wolf stellte der Interviewerin einige interessierte Fragen zu derem beruflichen Kontext, aus denen hervorging, dass sie sich im Vorfeld die Website der Interviewerin angesehen und sich über diese, d.h. im konkreten über deren beruflichen Hintergrund informiert hatte.

 
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