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1.4 Zu diesem Band

Die dargestellten Aspekte des Untersuchungsgegenstands werden in den einzelnen Abschnitten dieses Bandes aufgegriffen, vertiefend dargestellt und analysiert. Wenngleich der Begriff des politischen Systems konstitutiv für diesen Band ist, wird keine auf lückenlose Vollständigkeit angelegte Beschreibung seiner konstitutiven Elemente in den insgesamt elf politischen Systemen angestrebt. Vielmehr orientiert sich die Darstellung an den folgenden Leitfragen:

1. Strukturebene: Welche Strukturund Organisationsprinzipen einschließlich Herrschaftsmentalitäten und -ideologien fundieren die Strukturebene des politischen Systems?

2. Prozessebene: Innerhalb welcher formalen und informellen Institutionen und Systemstrukturen werden kollektiv verbindliche Entscheidungen und Maßnahmen vorbereitet, beschlossen, umgesetzt und revidiert? Wie haben sich diese im Laufe des Beobachtungszeitraums verändert, warum und wie beeinflusst dies politisches Handeln, Entscheidungen und Implementierungen? Welche politischen Akteure sind relevant für das Verständnis politischer Prozesse in den südostasiatischen Ländern, wie interagieren sie, welche Rolle spielen sie im politischen Prozess und welche Handlungsressourcen stehen ihnen zur Verfügung?

3. Performanzebene: Wie schneiden die politischen Systeme bei zentralen Kriterien der demokratischen, sozialen und ökonomischen Performanz ab und welchen aktuellen Herausforderungen sehen sie sich gegenüber?

Der Fokus liegt auf der Präsentation und Analyse der aktuellen Gegenwart. Dabei richtet sich das Buch vorrangig an Studierende der Politikund Regionalwissenschaften, soll darüber hinaus aber auch Politikwissenschaftlern und andere Sozialwissenschaftlern in Lehre und Forschung, Journalisten und sonstigen Interessierten einen fundierten Einstieg in den Untersuchungsgegenstand bieten. Unter dem wissenschaftlichen Fachpublikum richtet sich das Buch insbesondere auch an Politikwissenschaftler ohne regionalwissenschaftlichen Hintergrund.

Die nachfolgenden Darstellungen stützen sich zum Teil auf eigene systematische Vorarbeiten, die im Verlaufe der letzten Jahre geleistet wurden, laufende Forschungsarbeiten zu Demokratie, Autokratie, politischen Parteien, Zivilgesellschaft, zivil-militärische Beziehungen und den politischen Institutionen in Asien sowie Forschungsaufenthalten des Autors in der Region. Darüber hinaus basiert die Recherche zu maßgeblichen Teilen auf der Rezeption der deutschen und englischsprachigen Forschungsliteratur. Wenngleich Primärquellen berücksichtigt wurden, sind sie für die Gestaltung des Buches von nachgeordneter Bedeutung. Vielmehr wird bei der Quellenauswahl besondere Rücksicht genommen auf ihre Zugänglichkeit für den Leser und die Möglichkeit zur Vertiefung der Untersuchungsgegenstände durch die Zielgruppen. Bei der Umschrift von asiatischen Namen wurde wegen der besseren Nachvollziehbarkeit für den Leser die in der Literatur gängige oder häufigste Schreibweise verwendet.

Die weiteren Ausführungen gliedern sich in drei große Abschnitte. Der erste Teil liefert einen knappen Überblick zur politischen Entwicklung der Region und skizziert den Stand der politikwissenschaftlichen Südostasienforschung (Kap. 2). Im zweiten Teil (Kap. 3 bis 13) werden in alphabetischer Reihenfolge die politischen Systeme der elf südostasiatischen Staaten dargestellt und analysiert. Die nach einer einheitlichen Systematik geordneten Länderanalysen beinhalten die Systemstrukturen, politischen Prozesse und politischen Akteure sowie das Abschneiden der politischen Systeme in zentralen Problembereichen von gutem Regieren (good governance). Der dritte Teil bietet eine Zusammenfassung und einen Ausblick auf die Perspektiven der regionalen Politik zu Beginn des 21. Jahrhunderts (Kap. 14).

 
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