Frage: Wie lassen sich die Merkmale der jeweiligen Gesprächstechniken beschreiben?

  • Zuhören ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Tatsächliches Zuhören beinhaltet nämlich, dass ich dem Gesprächspartner nicht nur meine Ohren zur Verfügung stelle, sondern mit meiner gesamten Wahrnehmung und Konzentration beteiligt bin, um zu erfassen, was die Person mir mitteilen will.
  • • Eine Steigerung liegt im Aktiven Zuhören. Wenn ich diese Methode einsetze, bestätige ich dem Gesprächspartner durch Kopfnicken oder ein »hm« oder »ja«, dass ich ihn gehört habe. Es ist sogar möglich, offene Frage zu stellen, z. B. »Mögen Sie mehr darüber sagen?«, um den Gesprächspartner zu ermutigen, mehr zu erzählen. Wenn Gefühle mitgeteilt werden, können die aufgegriffen und benannt werden, z.B. »Sie machen sich große Sorgen?«
  • Paraphrasieren bedeutet, die Worte des Gegenübers noch einmal mit eigenen Worten zu wiederholen. Indem wir dies tun, ermöglichen wir es dem Gesprächspartner, seine Aussage mit einer etwas anderen Sicht erneut zu betrachten und klarer zu sehen. Die Wiederholung mit eigenen Worten könnte zum Beispiel sein »Sie haben Schmerzen im ganzen Körper?«, wenn vorher die Aussage kam: »Mir tut alles weh«.
  • • Das Spiegeln ist dem Paraphrasieren ähnlich, es geht aber noch darüber hinaus. Beim Spiegeln greifen wir nicht nur das Gesagte auf, sondern passen uns als Gesprächspartner der Stimmungslage, die hinter dem Gesagten steckt, an und spiegeln mit unserer Tonlage und Gestik, Mimik und Körperhaltung das, was in den Aussagen mitschwingt.
  • Zusammenfassen bedeutet, dass wir nach einem längeren Gesprächsabschnitt den Kern des Gesagten noch einmal zusammenfassen und damit dem Gesprächspartner vermitteln, wie das Gesagte verstanden worden ist. Das bedeutet allerdings nicht, Floskeln wie »Ich kann Sie verstehen« zu gebrauchen, sondern über die Zusammenfassung deutlich zu machen, was vom Gesagten angekommen ist. Dazu kann es auch gehören, um Bestätigung oder Widerspruch zu bitten, um sich zu vergewissern, ob das Gesagte tatsächlich so gemeint war.

60. Frage: Wo liegen die größten Schwierigkeiten in der Kommunikation mit Menschen in der letzten Lebensphase?

Nach der Auffassung von Student & Napiwotzky (2007) ist es häufig die eigene Angst der Begleiter, die eine hilfreiche Kommunikation verhindert. Meist ist es unsere eigene Vorstellung von dem Schrecklichen, das zur Sprache kommen könnte, die uns schweigen oder zu Floskeln greifen lässt.

Elisabeth Kübler-Ross hat schon in den 1980er Jahren in ihren Veröffentlichungen beschrieben, dass sterbende Menschen zu unseren Lehrern werden können, wenn wir bereit sind, ihnen zuzuhören. Unbestritten gehört die Vermittlung von schlechten Nachrichten zu den schwierigsten Aufgaben in der Palliativbetreuung. Diese Aufgabe obliegt nach der Diagnostik den Ärzten. In ihren Ausbildungen wird dem Themenbereich der Kommunikation eine immer größere Bedeutung beigemessen. Ebenso ist es in den Pflegeberufen. In der stationären Altenpflege übernehmen die Pflegefachkräfte die Aufgabe Todesnachrichten zu überbringen.

 
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