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2.3.2.3 Ein Stufenmodell der Unterrichtsqualität

Ein komplexeres Unterrichtsqualitätsmodell wurde von der Gruppe um Pietsch anhand von Daten aus der Hamburger Schulinspektion (N = 2240) mit Hilfe der probabilistischen Testtheorie entwickelt. Hier werden Stufen der Unterrichtsqualität unterschieden (Pietsch, 2010; Pietsch, Schnack & Schulze, 2009). Es wird davon ausgegangen, dass Unterricht umso erfolgreicher ist, je mehr Merkmale positiv ausgeprägt sind, dass eventuell gegenseitige Kompensation möglich ist und einige Merkmale die Voraussetzung für weitere Merkmale darstellen. Dabei werden vier Stufen der Unterrichtsqualität empirisch modelliert: Auf Stufe 1 (Lernklima und pädagogische Strukturen sichern) geht es um die Sicherung der Grundlagen für erfolgreiches Lernen wie ein lernförderliches Klima, eine Strukturierung der Unterrichtsstunden, die Einhaltung von Regeln und die klare Formulierung von Arbeitsaufträgen. Stufe 2 (Klassen effizient führen und Methoden variieren) beschreibt einen Unterricht, in dem darüber hinaus eine effiziente Klassenführung gelingt, welche die optimale Nutzung der Lernzeit und eine Methodenvariation ermöglicht. Außerdem wird im Ansatz differenziert und individualisiert. Auf Stufe 3 (Schüler motivieren, aktives Lernen und Wissenstransfer ermöglichen) werden die Lernenden in einem schülerorientierten Unterricht vielfältig motiviert, es wird Mitbestimmung ermöglicht und Lernfortschritte werden konsolidiert. In Stufe 4 (Differenzieren, Schüler wirkungsund kompetenzorientiert fördern) werden über die bereits genannten Qualitätsmerkmale hinaus „auch hohe Anforderungen hinsichtlich der Schülerorientierung, Binnendifferenzierung und Individualisierung des Lernens erfüllt“ (Pietsch, 2010, S. 140).

 
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