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2.5. Zusammenfassung und Fazit für die vorliegende Arbeit

In diesem Teil der Arbeit wurde zunächst auf Grundlagen des Unterrichtens und der Unterrichtsforschung eingegangen. Dabei dient das Angebots-Nutzungs-Modell (2.1) als systematisierendes Modell, wobei sich die Unterrichtsbeobachtungen, die im empirischen Teil der Arbeit gemacht werden, vorwiegend der Seite des Unterrichtsangebots zuordnen lassen, weil sich Videoanalysen insbesondere zu dessen Analyse eignen.

Da Unterrichtsqualität sehr unterschiedlich operationalisiert werden kann, wurden in Abschnitt 2.2 ausgewählte Unterscheidungen und Schwerpunktsetzungen bei der Konzeptualisierung von Unterrichtsqualität vorgestellt. Für die vorliegende Arbeit ist davon vor allem bedeutsam, dass sowohl die Oberflächenals auch die Tiefenstruktur des Unterrichts, sowohl konkrete Aspekte des Lehrerhandelns als auch übergeordnete Aspekte des Unterrichtens und der Lehrer-Schüler-Interaktion fokussiert werden und dass die Arbeit die Unterrichtsprozesse (nicht die Produkte) in den Blick nimmt. Die Effektivität des Unterrichts im Sinne seiner Wirkung auf die Lernund Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler wird zunächst ausgeklammert und erst in anschließenden Analysen (vgl. 12.2) bearbeitet.

In Abschnitt 2.3 wurden verschiedene Systematisierungsversuche für Merkmale guten Unterrichts vorgestellt, wobei die Begriffswahl der vorliegenden Arbeit vor allem durch das Modell der Basisdimensionen guten Unterrichts aus der TIMS-Studie beeinflusst ist, die Schülerorientierung, Klassenführung und kognitive Aktivierung als Grunddimensionen der Unterrichtsqualität identifizierte. Die Darstellung weiterer Systematisierungen sollte aber verdeutlichen, dass die Grundidee, dass der Unterricht die Lernenden zu verständnisvollem Lernen anregen sollte, auch in vielen weiteren Merkmalskatalogen vorkommt, wenn dies auch unterschiedlich benannt wird.

Die Fokussierung auf das Merkmal kognitive Aktivierung liegt auch deshalb nahe, da dieses Merkmal am ehesten fachliche Lernprozesse beeinflusst (vgl. 2.4), wohingegen Schülerorientierung und Klassenführung eher als Grundvoraussetzungen eines jeden Unterrichts gelten können und hier die Fachlichkeit vermutlich eine untergeordnete Rolle spielt. Bei der Konzeptualisierung der zu beobachtenden Unterrichtsmerkmale werden daher auch fachspezifische Aspekte beachtet. Dennoch wird davon ausgegangen, dass auch im Deutschunterricht grundsätzlich ähnliche Merkmale bedeutsam sind wie in anderen Fächern und es vor allem wichtig ist, diese angepasst an die fachlichen Gegebenheiten zu operationalisieren und gegebenenfalls um einige fachspezifische Merkmale zu ergänzen. So ist es möglich, Aussagen zur Qualität des Deutschunterrichts zu treffen und dabei anschlussfähig an Ergebnisse der empirischen Unterrichtsforschung zu bleiben.

 
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