Wie alles entstand: Zur Geschichte der Orden und Klöster

Wer waren die ersten Mönche?

Mönchtum ist nicht auf das

Christentum beschränkt und beginnt auch nicht mit diesem. Vielmehr gab es schon vorher in vielen Religionen und Kulturkreisen monastisches Leben, auch im Judentum. Der Begriff «Mönch» bedeutet «Einsiedler» (griechisch monachos = der Alleinlebende). Ursprünglich war damit jeder asketisch lebende und um Vollkommenheit ringende Mensch gemeint. Meist waren dies besitz- und ehelose Männer, deren Zielsetzung rein religiös war. Der Begriff taucht zuerst im Psalmenkommentar des Eusebius von Caesarea (260/64-339/40) und bei Johannes Kassian (um 360 - um 435) auf. Entscheidend für die Entwicklung des christlichen Mönchtums war Origenes (185/86-254). Für ihn waren die Einsiedler, die in die Wüste gingen, um ihre Schwächen zu besiegen, Mitkämpfer Christi. In der Einsamkeit widmeten sich die ersten Mönche nahezu vollständig dem Gebet und der Suche nach Gott.

Die Bezeichnung «Mönch» wurde seit dem Ende des dritten Jahrhunderts für die Eremiten gebräuchlich. Zwischen dem dritten und dem sechsten Jahrhundert bevölkerten zahllose Mönche die Wüsten Ägyptens und Syriens. Antonius (der Große) war der erste der sogenannten «Wüstenväter»; er zog um 270 in die Steppe. Diese Landschaft übte auf Menschen, die einen spirituellen Weg gehen wollten, eine besondere Faszination aus - sie galt als Ort der Dämonen. Durch ihre Anwesenheit wollten die Mönche das Dunkel der bösen Mächte besiegen und das Licht Christi aufscheinen lassen. Die Wüstenväter zogen viele Menschen an. Diese erhofften sich von den Mönchen Weisungen für ihr Leben. Seit etwa 370 fasste das Mönchtum im Abendland Fuß, es wurde populär durch die Übersetzung der Vita des Antonius durch den griechischen Schriftsteller Evagrius Ponticus (345-399), die um 357 entstand.

 
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